Entwicklungsländer
Mehr als zehn Millionen Kinder sterben jährlich an Krankheit, Hunger und Gewalt
Während 1990 von 1.000 Kindern 94 ihren fünften Geburtstag nicht erlebten, sind es dem Bericht zufolge heute 81. Dabei sind die regionalen Unterschiede erheblich. So sterben in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara durchschnittlich 172 von 1.000 Neugeborenen (1990: 180). In den von Aids besonders schwer betroffenen Ländern Afrikas nahm die Sterblichkeit wieder zu.
Zu den positiven Entwicklungen seit dem ersten Weltgipfel für Kinder in New York gehört nach Angaben von Schlaginweit die erfolgreiche Bekämpfung von Kinderlähmung und Tetanus durch Impfung sowie die Reduzierung von Vitamin A-Mangel.
Allerdings sank die Rate der mangelernährten Kinder statt geplanter 50 Prozent den Angaben zufolge nur um 17 Prozent. Rund 150 Millionen Kinder werden demnach bis heute nicht ausreichend mit lebenswichtigen Vitaminen und Mineralstoffen versorgt, was oft den Tod zur Folge hat. Keine oder wenig Fortschritte gab es ferner bei der Senkung der Müttersterblichkeit und bei der Trinkwasserversorgung. Unzureichend ist ferner der Schutz von Kindern vor Gewalt und Ausbeutung.
Die Hauptursachen für die "unbefriedigende Bilanz" liegen laut UNICEF in der rasanten Aids-Ausbreitung und in Bürgerkriegen. Hinzu komme die immer weiter auseinander klaffende Schere zwischen Arm und Reich.
Schlaginweit forderte die reichen Industriestaaten auf, sie sollten sich auf dem Weltkindergipfel 2002 dazu verpflichten, ihre Entwicklungshilfe zu erhöhen. Der Gipfel wird voraussichtlich im Mai als Sondergeneralversammlung der UN in New York stattfinden.
Schlaginweit betonte, dass die Überlebenshilfe für Kinder in Afghanistan gegenwärtig höchste Priorität habe. Dort seien schätzungsweise 1,5 Millionen Kinder unter fünf Jahren auf fremde Hilfe angewiesen. UNICEF befürchtet, dass in diesem Winter 100.000 Kinder sterben könnten, da sie Kälte und Krankheiten nichts entgegen zu setzen hätten. Die Organisation leitet dort eine der größten Nothilfeoperationen der vergangenen Jahre.
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