Gen-Patente
Greenpeace warnt vor Ausverkauf des Erbgutes
Darunter sind auch klare Fälle von Biopiraterie. So erteilte das EPA ein Patent auf Mais aus Mexiko und auf eine afrikanische Nutzpflanze ohne Zustimmung der Herkunftsländer. Auch auf schnell wachsende "Turbo"-Fische und auf das Klonschaf Dolly, sowie auf menschliche Organe und das Gen für Brustkrebs wurden Patente erteilt. "Der Zugriff der Industrie auf die Gene von Menschen, Pflanzen und Tieren muss gestoppt werden", fordert Christoph Then, Greenpeace-Patentexperte. "Im Moment erteilt das EPA ungebremst Patente auf Leben, obwohl es in EU-Ländern wie Frankreich und Deutschland immer stärkere Bedenken dagegen gibt." In Frankreich finden derzeit Debatten im französischen Parlament über die Gen-Patent-Richtlinie der EU statt.
Bedrohlich ist die Situation nach Ansicht von Greenpeace insbesondere bei Patenten auf Saatgut. Christoph Then: "Im Dschungel der Patente finden sich nur noch die großen Firmen zurecht. Bei der Nutzung eines Reiskorns müssen unter Umständen bereits jetzt über ein Dutzend verschiedene Patente beachtet werden. Der Zugang zur biologischen Vielfalt und den Ernährungsgrundlagen der Menschheit wird so blockiert."
Die Bedenken von Greenpeace werden von der französischen Regierung in vielen Punkten geteilt, die unter anderem ein Verbot der Patentierung menschlicher Gene fordert. Auch ein Bericht des französischen Parlaments vom 10. Januar übte heftige Kritik an der Patentvergabe auf Lebewesen. Viele Beobachter erwarten sich jetzt von den Debatten in Frankreich ein Startsignal für eine Neuregelung des europäischen Patentrechtes. Auch im deutschen Bundestag steht die Abstimmung über die Richtlinie kurz bevor. Es wird erwartet, dass dabei in Deutschland zumindest die Patentierbarkeit von Genen erheblich eingeschränkt wird.
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Am 16. Jan. 2002 unter:
politikStichworte:
« "Reporter ohne Grenzen" kritisiert Anti-Terror Gesetze
Greenpeace vermutet Zusammenhang mit Ölplattformen in der Nordsee »
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