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Gewerkschaft erhöht Druck auf Post-Arbeitgeber

Auftakt zu Streikwelle

Mit zeitlich befristeten Streiks von Post-Beschäftigten in mehreren Bundesländern hat die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di bei den bisher ergebnislosen Tarifverhandlungen den Druck auf die Arbeitgeber verstärkt. Den Auftakt machten am Dienstagfrüh 200 Beschäftigte in Hamburg. Durch die Aktion blieben etwa eine halbe Million Briefe liegen. ver.di-Vorsitzender Frank Bsirske forderte die Deutsche Post AG nachdrücklich auf, sich zu bewegen. Die Gewerkschaft erwarte ein "endlich verhandlungsfähiges Angebot", sagte Bsirske im ARD-Morgenmagazin am Rande des Warnstreiks in Hamburg. Die Aktionen sollen im Laufe der Woche auf weitere Bundesländer ausgeweitet werden.

Wolfgang Abel vom ver.di-Landesbezirk Nord betonte: "Die Unruhe in den Betrieben wächst." Die Verweigerungshaltung der Post-Arbeitgeber sei für die Beschäftigten in den Poststellen nicht mehr nachvollziehbar. Bsirske verwies auf die Ergebnisse des Rekordjahres 2001, in dem der Umsatz um 2,1 Prozent und der Nachsteuergewinn um 4,3 Prozent auf neue Höchstwerte gestiegen waren. Angesichts dessen sei es den Beschäftigten "nicht länger zu vermitteln", dass sie nicht entsprechend mehr Lohn erhalten, sagte der Gewerkschaftschef.

Auch in der Spreewaldgemeinde Burg bei Cottbus (Brandenburg) wurden am Dienstag keine Briefe ausgetragen. Die Gewerkschaft hatte 20 Zusteller zu einem zeitlich befristeten Streik aufgerufen. Sie kündigte weitere Arbeitskampfmaßnahmen für den weiteren Tagesverlauf in Berlin und Brandenburg an. Während der Nacht sollen die befristeten Streiks dann auch auf Sachsen und Baden-Württemberg ausgedehnt werden. Rolf Büttner vom ver.di-Bundesvorstand rechnet damit, dass es ebenfalls bei Kurier- und Paketdiensten außerhalb der Deutschen Post AG in den nächsten Tagen zu Aktionen kommt. Angesichts des schleppenden Verlaufs der Tarifverhandlungen im Speditions- und Logistikgewerbe seien beim ver.di-Bundesvorstand erste Anträge auf zeitlich befristete Streiks eingegangen. Dem Antrag auf Aktionen im Tarifgebiet Nordbaden-Württemberg sei bereits zugestimmt worden, sagte Büttner in Berlin.

Die Gewerkschaft hatte Kampfmaßnahmen beschlossen, nachdem von den Arbeitgebern auch in der zweiten Verhandlungsrunde kein Angebot vorgelegt wurde. Das wurde erst für nächste Woche versprochen. Die Gewerkschaft fordert für die 240 000 Beschäftigten der Post 6,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt. Ein Gewerkschaftssprecher hatte gewarnt, wenn es bei der für den 10. und 11. Juni anberaumten dritten Verhandlungsrunde keinen Durchbruch gebe, müsse sich Deutschland auf einen langen Poststreik einstellen.

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