Greenpeace:

Geheimer Acker mit Gen-Mais aufgedeckt

Greenpeace hat einen bisher unbekannten Acker mit genmanipuliertem Mais bei Wölfersheim-Soedel (Wetteraukreis) in Hessen entdeckt. Um den Acker zu kennzeichnen, haben Aktivisten eine vier Meter grosse Maiskolben-Attrappe aufgestellt und ein Transparent aufgehängt mit der Aufschrift "Gefahr: Hier wird heimlich Gen-Mais angebaut". Auf dem Feld wächst nach Greenpeace-Recherchen der Gen-Mais Bt-176 des schweizerischen Gentechnik-Konzerns Syngenta. Greenpeace bietet der Öffentlichkeit vor Ort an, die Pflanzen in einem mobilen Gen-Labor selbst auf Gentechnik zu testen.

Den Verbrauchern werde die Gentechnik heimlich untergejubelt, sagte Greenpeace-Sprecherin Ulrike Brendel. Der Gen-Mais müsse sofort abgeerntet und vernichtet werden, damit er nicht zuerst im Futtertrog der Kühe und so über die Hintertür bei in der Milch, der Butter und dem Käse lande. Auch die benachbarten Bauern haben keine Möglichkeit, sich vor dem Gen-Mais zu schützen. Mais-Pollen kreuzt sich nach einer Anfang 2002 veröffentlichten Studie der Europäischen Umweltagentur auf bis zu 800 Meter entfernte Felder aus.

Die Gen-Saat auf dem hessischen Acker sei, so Greenpeace, ein Teil der 50 Tonnen Gen- Mais, die das Bundessortenamt (BSA) in Hannover dieses Jahr zum Anbau zugelassen hat. Insgesamt erlaubte das Amt zehn Sorten Gen-Mais der Firmen Syngenta, Monsanto, Bayer/Aventis und Pioneer. Syngenta verkauf das genveränderte Saatgut nach eigenen Angaben an Forschungseinrichtungen sowie über den Landhandel und Genossenschaften. Befragt nach den Anbauflächen ihres Gen-Saatguts, verstecken sich die Gen-Konzerne hinter einer Mauer des Schweigens. Auch die Behörden führen bisher keine Kataster darüber, auf welchen Feldern die Gen-Saat ausgesät wird. Im Gegensatz dazu sind gentechnische Versuchsfelder öffentlich bekannt. Das Robert-Koch- Institut in Berlin muss die Flurstücke genehmigen und registrieren. Greenpeace fordert die Bundesregierung auf, dafür zu sorgen, dass die Gen-Konzerne die Felder öffentlich machen und die Ernte unschädlich entsorgt wird.

Gerade der Gen-Mais Bt-176 birgt Gefahren. Zum einen bildet er durch Genveränderung ununterbrochen ein Insektengift, das jedoch nicht nur unerwünschte Insekten wie den Maiszünsler töte, sondern auch die Larven nützlicher Schmetterlingsarten. Zum anderen enthalte der Bt- Mais ein Gen, das ihn gegen Antibiotika widerstandsfähig mache. Über Tierfutter und Lebensmittel kommen Antibiotika-Resistenzgene im Darm in Kontakt mit Krankheitserregern, die ebenfalls immun gegen Antibiotika werden können. Ärzte warnen davor, dass die Behandlung von Patienten immer schwieriger wird, da die Wunderwaffe Antibiotika dadurch beim Menschen wirkungslos wird.

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