Hormonchemikalie belastet Lebensmittel
Greenpeace: Behörde deckt Pestizidskandal
"Verbraucher und Anwender müssen dringend vor diesen Dauergiften geschützt werden", fordert Manfred Krautter, Chemie-Experte von Greenpeace. "Die BBA muss mit den Namen rausrücken. Dann brauchen wir sofort ein Verbot dieser Dauergifte in allen Produkten mit Lebensmittelkontakt. Sie dürfen auch nicht so verwendet werden, dass sie in die Umwelt gelangen können."
Die BBA verweigert bisher die Bekanntgabe der Pestizide "aus Gründen der Vertraulichkeit" gegenüber den Herstellern. Sie hält die Daten nach Ansicht des Hamburger Rechtsanwalts Michael Günther zu Unrecht geheim. "Die BBA ist gesetzlich verpflichtet, diese Informationen bereit zu stellen. Sie darf sie nicht willkürlich oder mit sachfremden Erwägungen verweigern."
Die BBA aber will es offenbar der Pestizidindustrie überlassen, ob sie Agrargifte mit Nonylphenol weiter vermarktet oder nicht. Die Bundesanstalt teilte Greenpeace in einem Schreiben vom 16. August mit, sie würde alle Hersteller, deren Spritzmittel APEOs enthalten, auffordern, "ihre Mittel umzuformulieren". Der Industrieverband Agrar, in dem die deutschen Hersteller von Pestiziden organisiert sind, liess Greenpeace jedoch wissen: "Einen unmittelbaren Handlungsbedarf für unsere Mitgliedsfirmen sehen wir derzeit nicht."
Sogar in Muttermilch wurden deutliche Nonylphenol-Belastungen gefunden. Der Stoff kann das Hormonsystem, die Nieren und die Leber schädigen. Neue Studien zeigen, dass Nonylphenol auch die Fruchtbarkeit von Spermien mindern sowie die Entwicklung des Gehirns stören kann. Nach Angaben der BBA sind in Deutschland derzeit 134 Pestizide mit APEOs auf dem Markt. Das BBA liess noch in den letzten Monaten neue APEO-haltige Spritzmittel zu, die bis zum Jahr 2012 verwendet werden dürfen.
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Am 25. Sep. 2002 unter:
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