Silikatkreislauf
Staudämme beeinflussen das Klima
Die Experten in Bremen haben sich unter anderem mit Forschungsergebnissen der vergangenen Jahre beschäftigt, die vom "Scientific Committee on Problems of the Environment (SCOPE)", einem internationalen Forschungsprogramm, das sich dem Siliziumkreislauf am Übergang zwischen Land und Meer widmet, erstellt wurden. Flussufer und Küsten sind bevorzugte Siedlungsgebiete des Menschen. Die wirtschaftliche Nutzung dieser ziehe jedoch massive Umweltprobleme nach sich. Unter anderem gelangten Nitrate und Phosphate, wesentliche Nährstoffe des Phytoplanktons, in Gewässer und führten zu ausgeprägten Algenblüten. In den Küstenmeeren könnten diese Zellkonzentrationen dann mehrere Millionen Zellen pro Liter Wasser betragen.
Da die Algen bei der Photosynthese große Mengen des Treibhausgases CO2 aufnehmen, seien sie ein wesentlicher Faktor im Klimageschehen. Die Ozeane gälten daher als Regulative im CO2-Kreislauf. Wasserläufe der Flüsse schleusen jedes Jahr mehrere Millionen Tonnen gelöstes Silizium aus der Erdkruste ins Meer. Dort wird es von Kieselalgen gebunden, die das Silizium in ihre Schale einbauen. Rund drei Viertel des Phytoplanktons bestehen aus den schalentragenden Kleinalgen.
Auch die Kieselalgen nehmen CO2 für ihren Stoffwechsel auf. Mit ihrem Silikatpanzer sinken sie schneller als andere Mikroalgen und begraben dadurch einen Teil des gespeicherten Kohlenstoffs in den Sedimenten des Meeresbodens. Wissenschaftler nennen dies "biologische Pumpe". Schalenloses Phytoplankton hingegen leite den größten Anteil des CO2 bei Verwesung oder durch Einschleusen in die Nahrungskette wieder in die Atmosphäre zurück, berichten die Experten aus Bremen. Nach Ansicht der Forscher mehren sich alarmierende Anzeichen dafür, dass der Silikatkreislauf durch menschliche Eingriffe zunehmend gestört wird:
"Biogeochemische Untersuchungen am Schwarzen Meer haben ergeben, dass der Bau von Staudämmen weitreichende Konsequenzen für die Küstenökosysteme hat", berichtet Tim Jennerjahn vom ZMT. Die gewaltigen Dämme hielten nämlich erhebliche Mengen von Silikat auf dem Kontinent zurück, wie Untersuchungen in der Donau an der ehemals rumänisch-jugoslawischen Grenze gezeigt hätten. Die Wissenschaftler befürchten nun, dass dies ein weiterer Beitrag zum Klimawandel sein könnte.
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Am 12. Dez. 2003 unter:
politikStichworte:
« Globale Erwärmung beim Pazifik-Klima schon sichtbar
Scharfe Kritik an Vorschlägen zum Schienennetz »

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