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Wunschzettel an die Bahn im nächsten Jahr: Schweizer Niveau für Deutschland

Bürgerbahn statt Börsenbahn

Weihnachten und Silvester sind in Deutschland Zeiten für gute Vorsätze und besinnliche Rückblicke. Dazu gehören auch die regelmäßigen Fahrplanwechsel im Dezember jeden Jahres. Die Bahnexpertengruppe Bürgerbahn statt Börsenbahn findet es schade, dass die große Bahn dem deutschen Mobilitäts-Volk nicht auch schöne weihnachtliche Bescherungen offeriert - wie im Nachbarland der Schweiz. Das Schweizer Volk hat dieses Jahr eine epochale Bescherung erhalten, an der sich alle Bahnweihnachtsmänner ein Beispiel nehmen sollten: ein völlig neuer Fahrplan mit einem Quantensprung an neuer Bahnqualität.

15 Jahre haben die Schweizer Bahnen dafür gearbeitet, auf über 2000 Baustellen. Jetzt schenkten sie dem Land ein neues Netz, mit einem optimierten integralen Taktfahrplan. Zwischen allen größeren Städten gibt es einen Viertelstundentakt, ansonsten als Basistakt den Halbstundentakt. Im ganzen Netz wurde die Systemgeschwindigkeit deutlich gesteigert.

Statt einiger Großprojekte für Höchstgeschwindigkeit haben sich die Schweizer Bahnen zu einer Flächenbahnstrategie entschieden. Das Schweizer Volk hat in mehreren Volksabstimmungen einen entsprechenden Wunschzettel ("Leistungsauftrag") an die Verkehrspolitik bestimmt: Die Bahnen sollen insgesamt überall besser und schneller werden. Die Anschlüsse sollen überall - "pünktlich wie die Eisenbahn" - klappen. Der InterRegio als wichtigste Zuggattung soll alle Städte miteinander verbinden. Alle Agglomerationen sollen einen S-Bahnverkehr erhalten. Sämtliche Regionen der Schweiz sollen mit Regionalbahnen erschlossen werden.

Zu diesem Kraftakt an Weihnachtsbescherung soll zusammenwachsen, was zusammen gehört: Der Bund und die Kantone, die SBB und die Privatbahnen und die Schweizer Post mit ihrem landesweiten Busnetz haben sich in großer Einigkeit zusammengefunden. Und das Volk hat deutlich dafür gestimmt, dass dieses Investitionsprogramm Vorrang vor weiterem Straßenbau erhalten soll.

Schade, dass auf den Wunschzetteln der deutschen Verkehrspolitik und der deutschen Bahnmanager solche Ideen keinen Platz haben, sagt die Expertengruppe. Da stünden immer nur ganz wenige Projekte wie ein paar superteuere Hochgeschwindigkeitsstrecken. Dafür aber gebe es im Rest des Systems eine "schöne Bescherung": Stillstand bis Abbau, immer größere Löcher im Netz und im Fahrplan, Tarifwirrwarr, Fahrplanchaos und Fahrpreiserhöhungen. Eben keine solide Präzisionsarbeit wie bei den Schweizer Bahnen und Uhren, wo alle Räder fein abgestimmt ineinander greifen.

Bürgerbahn statt Börsenbahn wünscht, dass der Schweizer Weihnachtsmann auch deutsche Bahnkunden einmal reich beschenken möge und dass deutsche Verkehrspolitik endlich bei den Schweizer Kollegen in die Lehre geht, um zu lernen, wie man dem Volk wirkliche Mobilitätsfreuden macht. Für modernes, komfortables, pünktliches Bahnreisen und für einen effizienten Gütertransport im ganzen Land. Für komfortablen Busverkehr bis in den letzten Winkel.

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