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Dresdner Bank-Vorstand beschloss offenbar Förderung von CDU-Präsidiumsmitglied

Merkel-Vertraute

Auf Vorschlag eines Düsseldorfer Direktors der Dresdner Bank soll der Vorstand der Großbank am 15. August 2000 beschlossen haben, das CDU-Präsidiumsmitglied Hildegard Müller finanziell zu fördern. Müller war damals Bundesvorsitzende der Jungen Union und gilt als enge Vertraute der Parteivorsitzenden Angela Merkel. Das berichtet die "Berliner Zeitung" unter Verweis auf interne Unterlagen der Dresdner Bank, die der Zeitung vorlägen.

Diesen Unterlagen zufolge soll sich der damalige Düsseldorfer Regionaldirektor der Bank, Hans-Peter Langen, in einem Schreiben vom 27. Juli 2000 an den Frankfurter Zentralvorstand des Geldinstituts gewandt haben. Darin habe er eine Unterstützung der zu diesem Zeitpunkt von der "Leiterin Qualitätsmanagement unserer Region, Frau Hildegard Müller" geführten Nachwuchsorganisation der CDU angeregt.

Im Endeffekt gehe es dabei um die Finanzierung einer zusätzlichen Halbtagsstelle bei der Jungen Union. "Nach Angaben von Frau Müller", soll Langen in seinem Brief an Dresdner-Vorstandsmitglied Joachim von Harbou geschrieben haben, würde dafür "ein Betrag von DM 20 000 für ein Jahr ausreichend sein."

Nach einer diesbezüglichen Rücksprache mit Frau Müller rege er dafür eine entsprechend dotierte Spende an die CDU an, "weil die Junge Union selbst nicht in der Lage ist, Spendenquittungen auszustellen". "Natürlich" würde eine solche Spende "zweckgebunden", also "zur Weiterleitung an die Junge Union vorgenommen werden können".

Beschluss des Vorstands der Dresdner Bank

Bankmanager von Harbou, in dessen Büro das Düsseldorfer Schreiben am 28. Juli 2000 eingegangen sein soll, habe dafür gesorgt, dass sich der Vorstand der Dresdner Bank "prompt mit der innerparteilichen Förderung der politisch ambitionierten Düsseldorfer Nachwuchs-Bankerin Müller befasste".

Immerhin habe Langen in seinem Schreiben ausdrücklich darauf hingewiesen, "dass Frau Müller als jüngstes Präsidiumsmitglied der CDU ein sehr positiver Imageträger für unser Haus in der Politik ist". Zudem werde ihr "eine sehr gute Verbindung zu Frau Merkel zugesprochen".

In seiner Sitzung vom 15. August 2000 beschloss der Bankvorstand nach Angaben der Berliner Zeitung, der Langen-Anregung zu folgen. In der entsprechenden, von Vorstandsmitglied von Harbou abgezeichneten Protokollnotiz heiße es: "Wir stellen Frau M. für drei Jahre einen zweckgebundenen Betrag von 20 000 Mark pro Jahr zur Verfügung."

"Stets großzügig dotierte Parteispenden an die CDU"

Auf Basis dieses Vorstandsbeschlusses habe das Geldinstitut von 2000 bis 2002 "die von ihm ohnehin stets großzügig dotierten Parteispenden an die CDU" um die Kosten der von der Bank-Mitarbeiterin Müller zur Optimierung ihrer innerparteilichen politischen Arbeit reklamierten zusätzlichen Halbtagskraft aufgestockt.

Das von der Politikerin 1998 übernommene Amt der Bundesvorsitzenden der Jungen Union übte Hildegard Müller bis zu ihrem Einzug in den Deutschen Bundestag im Oktober 2002 aus.

Die Dresdner Bank habe sich auf Anfrage der Berliner Zeitung zur Sponsor-Funktion für die Polit-Karriere ihrer Mitarbeiterin Müller am Montag nicht äußern wollen. "Begründung: Man habe die entsprechenden Akten noch nicht gefunden."

Hildegard Müller bezieht nach eigenen Angaben seit ihrem Einzug in den Bundestag neben ihren Abgeordnetenbezügen weiterhin ein - reduziertes - Gehalt von der Bank. Die Dresdner Bank hatte diese Zahlungen mit dem Hinweis auf von Frau Müller weiterhin wahrgenommene Aufgaben im Bereich "Cultural Affairs" begründet.

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