Nähen für den Weltmarkt
Frauenarbeit in Freien Exportzonen und der Schattenwirtschaft
Wie aktuelle Forschungsergebnisse aus China, Indonesien und Sri Lanka in der jüngsten SÜDWIND-Publikaton zeigen, ist dies immer noch der typische Arbeitsalltag von Näherinnen, der durch die Lieferbedingungen und den Preisdruck im globalen Beschaffungssystem multinationaler Importunternehmen entsteht. Durch den verschärften internationalen Wettbewerb nach dem Auslaufen des WTO-Welttextilabkommens Ende 2004 droht sich die Situation der Beschäftigten in der weltweiten Bekleidungsindustrie sogar noch zu verschärfen. Hinzu kommen nun die verheerenden Auswirkungen der asiatischen Flutkatastrophe insbesondere auf Indonesien und Sri Lanka, von denen auch Beschäftigte der Bekleidungsindustrie und deren Familien betroffen sind.
Zwar ist es durch den Druck von Gewerkschaften und Verbrauchern auf Modemultis seit den 90er Jahren gelungen, in einzelnen Zulieferbetrieben Verbesserungen der Arbeitssituation zu erreichen, doch mangelt es an dauerhaften, verbindlichen Regelungen. Vor allem, so eine Schlussfolgerung der SÜDWIND-Publikation, müssten neben einer besseren staatlichen Arbeitsinspektion die Interessenvertretungen von Beschäftigten in Kontrollsysteme von Verhaltenskodizes stärker beteiligt werden.
"Die Kosten der Umsetzung von Verhaltenskodizes multinationaler Unternehmen" - so die Autorin der SÜDWIND-Publikation Ingeborg Wick - "dürfen nicht auf die Zulieferer abgewälzt werden, wie dies heute vorherrschende Praxis ist. Auch muss die Schattenwirtschaft stärker in den Anwendungsbereich von Verhaltenskodizes einbezogen werden, um sozialen Spaltungstendenzen zu begegnen."
Die SÜDWIND-Publikation wurde von der NRW-Stiftung Umwelt und Entwicklung, der Vereinten Evangelischen Mission und den Evangelischen Kirchen im Rheinland, Westfalen und Hessen/Nassau finanziell unterstützt.
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Am 13. Jan. 2005 unter:
arbeitStichworte:
« Naturparke entdecken und genießen
Bericht zur Lage der Welt 2005 erscheint in Washington »

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