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Wirtschaft klagt über mangelnde soziale Kompetenz von Berufseinsteigern

Gute Erziehung bleibt unverzichtbar

Am Mittwoch hat der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) die Ergebnisse einer Umfrage unter ihren Mitgliedsfirmen zu den Erfahrungen mit Berufseinsteigern veröffentlicht. Der entscheidende Befund: "Erschreckend(e) /.../Defizite bei den persönlichen und sozialen Kompetenzen vieler Berufseinsteiger." Ein Viertel der Unternehmen sieht Selbstüberschätzung des Mitarbeiters, und ein weiteres Viertel mangelndes Sozialverhalten und Integrationsunfähigkeit als Probleme an. 13 Prozent gaben an, die fachlichen Qualifikationen des Mitarbeiters seien nicht ausreichend gewesen. Nur 9 Prozent trennten sich von einem Mitarbeiter, weil dieser zu überzogene Gehaltsvorstellungen hatte.

Dass exzellentes Fachwissen von Mitarbeitern als alleiniges Kriterium für den Erfolg von Unternehmen und der Wahrnehmung ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nicht genügt, bewiesen gerade teilweise "hochgebildete" Manager im In- und Ausland jeden Tag aufs Neue, schreibt das Heidelberger Familien Büro (HBF). Angefangen von den milliardenschweren Betrügereien und Manipulationen von Börsenkursen im In- und Ausland [z.B. Vodafone/Mannesmann (Deutschland), Vivendi (Frankreich) oder Enron und Worldcom (USA)], über die Beihilfe deutscher Banken zur Steuerflucht, dem Verkauf von "Schrottimmobilien" deutscher Geldhäuser an tausende gutgläubige Geldanleger oder auch die alltägliche Erpressung ganzer Betriebsbelegschaften durch die Androhung von Standortverlagerungen.

Dass die Unternehmen die gravierenden Mängel an sozialer und persönlicher Kompetenz bei Berufseinsteigern den Schulen und Hochschulen anlasten, sei unter drei Gesichtspunkten bemerkenswert: 1. Werde die Entwicklung der sozialen und persönlichen Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen - nicht zuletzt dank der Dauerinterventionen der Wirtschaft - in unseren "turbo"schnellen und hochselektiven (Hoch)Schulen immer weiter an den Rand gedrängt.

  1. Verkennen die meisten Unternehmen genauso wie weite Teile der tonangebenden Experten, Medien, Verbandsvertreter und der Bevölkerung, dass Erziehung und Persönlichkeitsbildung nicht in den Schulen oder Kindergärten, sondern vorrangig in den Familien und deren persönlichem Umfeld stattfindet. 3. Sei es vor diesem Hintergrund nicht weiter verwunderlich, wenn die Wirtschaft in der Existenzkrise unseres Gemeinwesens einerseits die Universallösung in der "Stärkung der Eigenverantwortung der Bürger" sieht; andererseits ganz unverdrossen die Politik anfeuere in ihrem Bemühen um "mehr Staat" bei der Betreuung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen. Dass dies ein folgenschwerer Irrtum sei, darauf hätten sowohl die Vordenker der sozialen Marktwirtschaft als auch renommierte Fachleute immer wieder hingewiesen.

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