Kohlekraftwerksbau in Neurath
Greenpeace errichtet Mahnwache bei Europas größtem Klimakiller
"Während die Bundesregierung in Schottland auf dem G8-Gipfel so tut, als wolle sie das Klima retten, lässt sie zu, dass zu Hause der größte Klimakiller Europas entsteht", sagt Jonas Mey, Energieexperte von Greenpeace. Das Braunkohlekraftwerk der RWE stößt bereits heute riesige Mengen an Kohlendioxid aus. "Mit den neuen Blöcken zusammen würde hier an diesem einen Ort soviel Treibhausgas produziert werden, wie in ganz Neuseeland zusammen. Wie kann sich Schröder da noch hinstellen und den Klimaretter spielen?" Um den Protest zu unterstreichen, harren Greenpeacer als Mahnwache während des gesamten G8-Gipfels in einem zu einem Büro umgebauten Überseecontainer aus.
Auf dem Dach des Containers weist ein Pfeil zum Kraftwerk: "Achtung G8: Hier zerstört Kohle das Klima". Greenpeace fordert von dem Energieversorger RWE, der die neuen Kraftwerksblöcke verantwortet, die Planungen zu überdenken. Mit solch einem Kraftwerk der Superlative wäre es für Deutschland unmöglich, seine langfristigen Klimaschutzverpflichtungen aus dem Kyoto-Protokoll noch aus eigener Kraft zu erreichen. Schon in wenigen Jahren würde Neurath die deutsche Klimabilanz so stark verschlechtern, dass teure Emissionszertifikate im Ausland eingekauft werden müssten. "Deutschland als eines der fortschrittlichsten Länder der Welt muss auch bei den G8-Beratungen in Schottland mit gutem Beispiel vorangehen. Wenn nicht einmal wir Klimaschutz im eigenen Land schaffen, wer dann?" so Mey. "Wie will sich Deutschland dann noch hinstellen und von Ländern wie China oder Indien Klimaschutz fordern?"
Einmal gebaut, belasten solche Kraftwerke bis zu 40 Jahre das Klima. Schon im Moment seiner Inbetriebnahme würde das Kraftwerk Neurath nicht mehr den aktuellen Effizienz-Standards entsprechen. Denn trotz neuester Technik würde das Braunkohlekraftwerk mehr als doppelt so viel Kohlendioxid ausstoßen, wie moderne Gas- und Dampfkraftwerke der gleichen Größe. Schon heute sterben nach einer Studie der Weltgesundheitsorganisation jährlich rund 160.000 Menschen an den indirekten Folgen der globalen Klimaerwärmung.
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Am 06. Jul. 2005 unter:
arbeitStichworte:
« Europa soll Tempo beim Klimaschutz vorgeben
Einnahmen aus "Umweltsteuern" 2004 auf 56 Milliarden Euro gesunken »
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