"Gesetzgeber in der Pflicht"

Gysi fordert Ausbildungsplatzabgabe für mehr Lehrstellen

Der Fraktionschef der Linken im Bundestag, Gregor Gysi, hat sich für die Einführung einer Ausbildungsplatzabgabe ausgesprochen. Die Hoffnung darauf, dass die Unternehmen dieses Problem selbst in die Hand nehmen, "hat sich als haltlos erwiesen", sagte Gysi der Chemnitzer "Freien Presse". Der Ausbildungspakt sei spätestens im zweiten Jahr gescheitert. Damit sei der Gesetzgeber in der Pflicht. So müssten die Unternehmen, die bislang kostenlos auf Fachkräfte zurückgriffen, ohne sie ausgebildet zu haben, zur Kasse gebeten werden. Hingegen könnten Betriebe, die über den Bedarf Lehrlinge ausbildeten, gefördert werden. Das sei auch ein Stück mehr Gerechtigkeit zwischen den Unternehmen, meint Gysi.

FDP-Generalsekretär Dirk Niebel lehnte hingegen eine derartige Strafsteuer für Unternehmen ab. Nötig seien eine flexible, wachstumsorientierte Wirtschaftspolitik und keinesfalls weitere Belastungen durch Abgaben und Bürokratie, meint Niebel. Ursachen für die mangelnde Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen seien eine schlechte Auftragslage und die schleppende Konjunktur.

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