Unternehmer Claus Hipp
Menschen sterben lassen, um die Wirtschaft nicht zu belasten?
Hipp sagte, die gegenwärtige Generation dürfe nicht auf Kosten der jungen Generation leben. "Diejenigen, die heute Schulden machen, werden sie nicht zurückzahlen. Andere werden sie bezahlen", sagte der Industrielle. Deshalb sei es Aufgabe seiner Generation, unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit alles zu vermeiden, was kommende Generationen belaste, sagte der 67-Jährige.
Der Sozialwissenschaftler Meinhard Miegel vom Institut für Wirtschaft und Gesellschaft (IWG) in Bonn teilt die Kritik Hipps am Ungleichgewicht der Lastenverteilung. "Die heute 30- bis 60-Jährigen haben durch ihr Verhalten den künftig Aktiven Lasten aufgebürdet, die sie selbst zu tragen nie bereit wären", so Miegel. Im Rahmen der sozialen Sicherungssysteme müsse "radikal umgedacht werden". Zudem müsse die Arbeitsproduktivität durch schulische und berufliche Qualifikation verbessert werden. "Wenn dies gelingt, wird es möglich sein, künftig auch eine große Zahl alter Menschen auskömmlich mit zu versorgen", sagte Miegel.
Der Präsident des Sozialverbands VdK Deutschland, Walter Hirrlinger, wies Hipps Überlegungen energisch zurück: "Ein Generationenkonflikt wird nur dann aufbranden, wenn Leute wie Herr Hipp ihn mit zweifelhaften Äußerungen wie diesen immer wieder anfachen." Er nannte dessen "Mutmaßungen über einen vorzeitigen und gesellschaftlich gewollten Tod aus wirtschaftlichen Gründen absolut überflüssig". Im Gegenteil müsse das Potenzial der älter werdenden Bürger ökonomisch effektiv genutzt werden, "anstatt uns ihrer zu entledigen, weil sie zu teuer werden".
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