Tierhaltung
Legebatterien künftig als "Light"-Version
Derzeit gibt es rund 39,5 Millionen Legehennenplätze in Deutschland. Der Anteil der von Verbrauchern gekauften Eier aus Käfighaltung sank in den vergangenen Jahren auf jetzt 43,3 Prozent. Dennoch werden noch immer mehr als 80 Prozent der deutschen Eier in Käfighaltung produziert. Ein Großteil geht als Flüssigei oder Eipulver direkt an Bäckereien und Nudelhersteller.
Eierproduzenten, die ihre Tiere hinter Gittern halten, mussten bis zum 15. Dezember ein "Umbaukonzept" bei den kommunalen Veterinärbehörden vorlegen. Auf dieser Grundlage soll ihnen eine Weiternutzung der vorhandenen Käfige bis zur endgültigen Umstellung am 31. Dezember 2008 erlaubt werden. Nur wer die Frist versäumt hat, darf seine Käfige ab sofort nicht mehr nutzen.
Im Landkreis Vechta, mit 124 Betrieben und 5,4 Millionen Tierplätzen die Legehennen-Hochburg in Deutschland, geht der Trend zur neu geschaffenen Kleingruppenhaltung mit ausgestalteten Käfigen. Sie beinhalten Nest, Sitzstange und Scharrmöglichkeiten sowie knapp doppelt so viel Platz pro Tier wie bislang. "45 Betriebe wollen darauf umstellen", so Landkreissprecher Gert Kühling. Nur zwölf Firmen wollen offenbar auf Bodenhaltung umstellen. Zwei weitere wollen den Betrieb aufgeben und stattdessen Schweine halten. Die Mehrzahl von 75 Betrieben hat sich noch nicht entschieden.
Auch im benachbarten Landkreis Emsland mit knapp einer Million Legehennenplätzen wird die Kleingruppenhaltung favorisiert. "Die Konzepte der Betriebe liegen vor und werden geprüft", sagt Landkreissprecher Dieter Sturm. Überprüft werden soll vor allem, ob die einzelnen Betriebe tatsächlich die angekündigten Veränderungen einleiten.
Deutsche Frühstücksei GmbH: "populistische Vorgehensweise"
Eine der Firmen, die auf Kleingruppenhaltung umstellen will, ist Europas größter Eierproduzent, die Deutsche Frühstücksei GmbH aus Neuenkirchen-Vörden im Kreis Vechta. Seit mehreren Jahren wird diese Haltungsform unter Aufsicht der Tierärztlichen Hochschule Hannover im firmeneigenen Versuchsstall in Ankum bei Osnabrück getestet. Im Frühjahr sollten eigentlich die ersten Farmen umgebaut werden.
Der Generalbevollmächtigte des Unternehmens, Gert Stuke, zweifelt jedoch daran, dass dieser Termin eingehalten werden kann. Grund ist eine Normenkontrollklage, die das Land Rheinland-Pfalz beim Bundesverfassungsgericht einreichen will. Die Kleingruppenhaltung verstößt nach Ansicht des Mainzer Kabinetts gegen das Tierschutzgesetz. Die ausgestalteten Käfige erlaubten kein artgerechtes Verhalten.
Durch diese "populistische Vorgehensweise" verzögere sich nur die Abschaffung der konventionellen Käfighaltung, hält Stuke dagegen. Es müssten endlich rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen werden, auf die sich die Eierproduzenten verlassen könnten. Außerdem könne es nicht sein, dass eine Haltungsform durch eine gesetzliche Verordnung zugelassen werde und anschließend deren Verfassungsmäßigkeit in Frage gestellt werde, meint der Manager.
Unterstützung erhält der Eierproduzent vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft und vom Deutschen Bauernverband (DBV). Mit der Entwicklung der Kleingruppe sei in Deutschland ein Vorzeigemodell für den Tier- und Verbraucherschutz gelungen, erklärt der DBV. Auch greife das Käfigverbot in Deutschland fünf Jahre eher als in der EU. Der DBV befürchtet, dass die anhaltende Diskussion kleinere Betriebe zur Aufgabe der Produktion zwingt und größere Betriebe ins Ausland abwandern könnten.
Tierschutzbund: Keine verhaltensgerechte Unterbringung nach dem Tierschutzgesetz
Der Tierschutzbund lehnt die Käfighaltung wie auch die Kleingruppenhaltung in Käfigen ab. Auch in der Kleingruppenhaltung hätten Legehühner nur den Platz eines Aktendeckels, moniert der Verband.
Auch in der Kleingruppenhaltung könnten Grundbedürfnisse der Hennen wie Scharren und Picken, Sandbaden, die ungestörte und geschützte Eiablage sowie das erhöhte Sitzen auf Stangen zurückgedrängt und damit Leiden verursacht werden. Dies widerspreche dem Gebot einer verhaltensgerechten Unterbringung nach dem Tierschutzgesetz. Gleiches gelte auch für die Verlängerung der herkömmlichen Käfighaltung.
Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!
Am 04. Jan. 2007 unter:
nachrichtenStichworte:
« Deutscher ohne Begründung tagelang in USA inhaftiert
"Günstigeres Mikroklima" beim Ferntransport von Tieren in Europa »

Suchmachinenoptimierung
Wir optimieren Ihre Webseite. Mehr relevante Besucher = Mehr Umsatz. Lesen Sie mehr über unsere Stärken
Unterstützen Sie uns, damit wir ohne störende Werbung gelesen werden können. Ihre freie kostenlose Internetzeitung!
Setzen Sie Banner und Links auf Ihre Seite. Bookmarken Sie uns, und helfen Sie so mit der Verbreitung der wichtigen Inhalte.
Wir suchen Journalisten bzw. Autoren, die Lust haben, die Internet-Zeitung ngo-online gemeinsam zu einer starken Alternative zu den Mainstream-Medien aufzubauen. Machen Sie mit ..MITMACHEN
Platzieren Sie
Ihre Werbung hier
- DIE LINKE im Führungschaos | Parteitag Göttingen 2012 Hintergrundbericht
- Erneuerbare-Energien: Solarprogramm für den Iran
- Globalisierung: Occupy gegen den Kapitalismus
- Wellness: Nordic Walking wird Sie begeistern
- Gewerkschaften verhindern Arbeitskampf
- DIE LINKE: Warum Sahra Wagenknecht die Richtige ist
- ESSO: Milliarden mit schwarzen Gold | Profit um jeden Preis
- SPD und Piratenpartei zum Urheberrecht
- Wellness durch Yoga Übungen
- Depression: Symptome, Test und Hilfe bei Depressionen
