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Wirtschaftsflügel der Union bangt angeblich nach Merz-Rückzug um Einfluss

Keine dominierende Rolle

Nach der Rückzugsankündigung des CDU-Finanzexperten Friedrich Merz bangt der Wirtschaftsflügel der Union angeblich um seinen Einfluss. "Es wird Zeit, dass sich eine andere Galionsfigur auftut", sagte der Chef des Parlamentskreises Mittelstand der Unionsfraktion, Michael Fuchs (CDU), der "Berliner Zeitung". "Merz wird als Vorzeigefigur fehlen, an der sich viele in der Partei ausgerichtet haben", sagte Günter Krings (CDU), Mitglied des Unions-Fraktionsvorstands und wie Merz aus Nordrhein-Westfalen, der Zeitung. "Er war unser bester Redner und der klarste Ordnungspolitiker der CDU."

Der CSU-Mittelstandspolitiker Hans Michelbach sagte: "Friedrich Merz ist die Galionsfigur für den marktwirtschaftlichen Kurs der Union. Es wird schwierig, so einen brillanten Mann zu ersetzen."

Andererseits sagten die Wirtschaftspolitiker der Union dem Zeitungsbericht zufolge, dass Merz zuletzt keine dominierende Rolle mehr gespielt hatte. Die These des verringerten Einflusses erscheint vor diesem Hintergrund fragwürdig.

Der junge Mann mit der Bereitschaft, Überdurchschnittliches zu leisten

In der Selbstdarstellung des Parlamentskreises Mittelstand, zu dem sich über 130 Bundestagsabgeordnete der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zusammengeschlossen haben, heißt es, Deutschland sei viel mehr Mittelstandsland als Industrienation. Wichtigstes Erkennungs- und Unterscheidungsmerkmal des mittelständischen Unternehmens gegenüber dem Großunternehmen sei "die entscheidungsfreie, selbstverantwortliche und selbsthaftende Unternehmerpersönlichkeit".

Das Leitbild der Sozialen Marktwirtschaft ist nach Auffassung des Parlamentskreises "der junge Mann oder die junge Frau, die mit einer guten Ausbildung und der Bereitschaft, Überdurchschnittliches zu leisten, ausgestattet sind, die ihre Zukunft in die eigenen Hände nehmen und auf eigenes Risiko sich den Anforderungen des Marktes stellen".

Der Mittelstand sei "immer Teil der Gesellschaft". Im Gegensatz dazu seien Großunternehmen, Konzerne und Global Player "weder an diese freiheitliche Gesellschaft noch an diese parlamentarische Demokratie gebunden". Der Mittelstand dagegen brauche Demokratie und Freiheit am Standort Bundesrepublik Deutschland, "wie die Luft zum Atmen". Somit sei ein vielfältiger, lebendiger und erfolgreicher Mittelstand immer auch "Barometer für einen pluralistischen, freiheitlichen Staat und eine Gesellschaft mündiger, selbstbestimmender Bürger".

Merz: Nicht unbedingt nur ein Mittelständler

Friedrich Merz lässt sich allerdings schwerlich klar dem Mittelstand zuordnen. Der CDU-Politiker ist eng eingebunden in die Strukturen sowohl des Mittelstands als auch in die mehrerer Großkonzerne. Im Mai 2006 berichtete ngo-online darüber, dass Merz nicht nur als Anwalt für die Sozietät "Mayer, Brown, Rowe & Maw LLP" arbeitete. Parallel dazu saß er - zumindest zum damaligen Zeitpunkt - in in mehreren Aufsichtsräten, etwa bei der "Deutsche Börse AG", der "AXA Versicherung AG", der "Interseroh AG zur Verwertung von Sekundärrohstoffen" und der "ROCKWOOL Beteiligungs GmbH".

Bei der BASF AG Antwerpen war er Verwaltungsratsmitglied, bei der "AXA Konzern AG" Vorsitzender des Konzernbeirates. Normales Mitglied im Beirat war oder ist er bei der "Commerzbank AG", der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft "Ernst & Young AG", der "Möller & Förster KG" (Baumärkte - Baustoffe) sowie bei "Odewald & Compagnie" (Gesellschaft für Beteiligungen mbH).

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