"Gewässerverschmutzung und Artensterben"
WWF kritisiert Düngemitteleinsatz in der Landwirtschaft
An der Reduktion des Düngers führt nach Auffassung der Umweltschützer auch aus Klimaschutzgründen kein Weg vorbei. Übermäßige Düngung führe zu erhöhten Emissionen von Lachgas, ein Treibhausgas, das rund 310-mal so schädlich sei wie Kohlendioxid.
In den letzten zwölf Monaten stieg der Absatz von Stickstoffdüngern den Angaben zufolge um 13 Prozent. "Dabei wird gerade einmal 50 Prozent des Düngers von den Pflanzen aufgenommen, der Rest belastet Böden, Atmosphäre und Gewässer", kritisiert der WWF.
"Der Handlungsdruck ist groß", meint Dräger de Teran. Die EU-Wasserrahmenrichtlinie schreibe vor, dass bis 2015 alle Gewässer einen "guten Zustand" erreichen sollten. Nährstoffe aus der Landwirtschaft aber seien nach wie vor das Haupthindernis zu diesem Ziel. Wenn man die eigenen Ansprüche ernst nehme, führe deshalb kein Weg daran vorbei, neben einer Verschärfung des Ordnungsrechts über ökonomische Instrumente nachzudenken. Notwendige Weichen müssten jetzt gestellt werden.
Der WWF fordert die Agrarminister der Bundesländer auf, sich bei ihrer Herbsttagung rückhaltlos für eine striktere Kopplung der Milliardensubventionen an Umweltanforderungen, insbesondere emissionsmindernde Maßnahmen, einzusetzen. Es könne nicht sein, dass die Bauern Gelder für umweltbelastende Produktionsweisen erhalten, und der Staat auf der anderen Seite Mittel bereitstelle, um die entstandenen Schäden wieder zu reduzieren.
Ab Donnerstag (25. September) treffen sich die Agrarminister zu ihrer zweitägigen Herbsttagung im sächsischen Meißen. Zentrales Thema der Konferenz ist die Weiterentwicklung der Europäischen Agrarpolitik. Weitere Themen sind die Milchpolitik sowie die Zukunft der Forst- und Landwirtschaft unter Bedingungen des Klimawandels. Erwartet wird auch Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU).
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