Überführung eines Kreuzfahrtschiffs

Die Ems wird erneut probeweise gestaut

Die Ems in Niedersachsen wird ab Samstagmittag erneut probeweise aufgestaut. Mit der insgesamt 37-stündigen Aktion soll herausgefunden werden, ob sich der Sauerstoffgehalt in der Ems verändert, wenn der Fluss im Sommer oder im Herbst länger als zwölf Stunden aufgestaut wird, wie der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Norden mitteilte. Längere Stauzeiten auch im Sommer würden den zeitlichen Spielraum für die Überführung großer Schiffe der Papenburger Meyer Werft Richtung Nordsee verbessern. Gleichzeitig mit dem mittlerweile zweiten Probestau der Ems zwischen Papenburg und Gandersum wird die Meyer-Werft das bisher größte je in Deutschland gebaute Kreuzfahrtschiff, die "Celebrity Solstice", von Papenburg nach Emden überführen.

Das Kreuzfahrtschiff soll nach dem Zeitplan in der Nacht zum Montag in Oldersum anlegen und, abhängig vom Wasserstand, Montagmittag die Fahrt nach Emden fortsetzen.

Die Grünen kritisierten den Probestau. "Dass bei einem angeblichen wissenschaftlichen Versuch auch gleich ein Riesenschiff überführt werden soll, macht die rein ökonomische Zielrichtung des ganzen Verfahrens deutlich", sagte ihr naturschutzpolitischer Sprecher Christian Meyer am Freitag (26. September) in Hannover.

Er nannte es befremdlich, dass das niedersächsische Umweltministerium den Umweltverbänden während des Staus den Zugang zu den Messschiffen verweigere. Das schüre Misstrauen und den Verdacht "vorgegebener Ergebnisse im Sinne wirtschaftlicher Interessen".

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