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Altenpflege: Gravierender Pflegekräftemangel droht in ganz Deutschland

Die Menschen werden ständig älter

Eine neue Studie hat jetzt ergeben, dass es in Deutschland einen gravierenden Mangel an Betreuungskräften für Pflegebedürftige geben wird. Bereits im Jahre 2030 fehlen aller Wahrscheinlichkeit nach circa eine halbe Million Pflegekräfte, die ihre Arbeit in Vollzeit ausüben.

Deutlicher Anstieg der Pflegebedürftigen

Diese drastischen Ergebnisse gründen auf einer Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung. Und auch das Statistische Bundesamt teilte mit, dass bis zum Jahr 2030 innerhalb Deutschlands insgesamt die Zahl an pflegebedürftigen Menschen sogar um knapp die Hälfte, also auf circa dreieinhalb Millionen anwachsen wird. Dabei geht die Bertelsmann-Stiftung sogar davon aus, dass die Anzahl der Pflegebedürftigen in einigen Kommunen sogar doppelt so hoch ausfällt. Das wiederum bedeutet, dass es in vielen Landkreisen zu starken Problemen bei der Versorgung kommen wird, sofern sich diesbezüglich nichts ändert. Dementsprechend hat sich auch Heinz Rothgang geäußert, einer der Autoren, der an der Studie beteiligt gewesen ist und am Bremer Zentrum für Sozialpolitik arbeitet.

Eine Karte zum besseren Verständnis

Um die steigende Anzahl von Pflegebedürftigen deutlich zu machen, hat die Studie die Daten, die für jeden Kreis sowie jede kreisfreie Stadt relevant sind, speziell ausgewiesen. Auf diese Weise können die betreffenden Landräte und Bürgermeister deutlich ersehen, was in den nächsten Jahren diesbezüglich auf sie zukommt. So ist auf der Karte zum Beispiel ein Großteil der Stadt Brandenburg dunkelrot gefärbt. Das bedeutet, dass dort die Pflegebedürftigen-Anzahl bis zum Jahre 2030 auf circa 60 Prozent oder sogar höher ausfällt.

Unterschiedliche Prognosen für die Bundesländer

Dabei wird ersichtlich, dass die Prognosen der Studie für die Bundesländer stark unterschiedlich sind. So wird ein Anstieg der Pflegebedürftigen-Anzahl für Brandenburg auf circa 72 Prozent erwartet. In Schleswig-Holstein, Bayern und Baden-Württemberg sind es dagegen "nur" 54 Prozent. Allerdings fällt hier deutlich auf, dass die Studie den meisten Bedarf an Fachkräften im Pflegebereich für die Gebiete, die sich im Nordwesten Deutschlands, in Ostdeutschland und in Nordrhein-Westfalen befinden, sieht. Betroffen ist generell jedoch ganz Deutschland.

Eine Ausbildungsverkürzung, um den Fachkräftemangel zu beheben?

Doch bereits jetzt schon macht man sich Gedanken, wie man den Mangel an Pflegekräften aufholen könnte. So unterbreitete die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg einen Vorschlag, der vorsieht, dass Arbeitslose, die dementsprechende Vorkenntnisse mitbringen, eine Verkürzung im Bereich der Altenpflege-Ausbildung erhalten. So schlägt das Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit, Raimund Becker, vor in einem solchen Falle anstelle der üblichen drei Jahre nur zwei zu veranschlagen. Immerhin zeigen diese drastischen Zahlen sehr deutlich auf, dass sich im Pflegebereich dringend etwas verändern muss, um den Pflegebedürftigen die notwendigen Fachkräfte zur Seite stellen zu können.

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