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Frauen in der IT-Branche 2018

Studie zeigt: Deutschland hat den größten geschlechtsspezifischen Lohnunterschied in Westeuropa

Berlin, 21.03.2018 - Angesichts der andauernden öffentlichen Debatte über die Gleichberechtigung der Geschlechter hat Honeypot den Index „Frauen in der IT-Branche 2018” veröffentlicht. Die Ergebnisse machen Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern im Allgemeinen und in der IT-Branche deutlich. Die Jobbörse legt einen besonderen Fokus auf Stellen für Software-EntwicklerInnen und möchte mit der Analyse der Gleichberechtigung von Männern und Frauen in der IT-Branche ihre Rolle als BranchenexpertInnen stärken. Neben anderen Faktoren werden in der Studie der Anteil erwerbstätiger Frauen, das geschlechtsspezifische Lohngefälle und die Jobmöglichkeiten für Frauen in der IT-Branche analysiert. Durch die Veröffentlichung der Ergebnisse möchte Honeypot die Länder hervorheben, in denen die Chancen innerhalb des IT-Sektors für Frauen am besten sind und so die gesamte Branche darin bestärken, weitere Schritte in Richtung Gleichberechtigung zu unternehmen.

Die Studie umfasst 41 Länder der OECD sowie der EU und enthält vergleichbare Daten über die IT-Branche und das Lohngefälle. Die Daten umfassen folgende Bereiche:

Frauen in der IT-Branche 2018

Studie untersucht das geschlechtsspezifische Lohngefälle innerhalb der IT-Branche von OECD- und EU-Ländern und macht deutlich, wo die Jobmöglichkeiten für Frauen am attraktivsten sind

In Deutschland verdienen Frauen im IT-Sektor 6,13 % weniger als in anderen Berufen. Das geschlechtsspezifische Lohngefälle in dieser Branche beträgt 25 %. Dies ist der höchste Wert aller westeuropäischen Länder.

In Portugal, den USA und Lettland haben Frauen in IT-Berufen die besten Chancen. Das geschlechtsspezifische Lohngefälle innerhalb der IT-Branche beträgt in diesen Ländern 6-7 % weniger als das allgemeine durchschnittliche Lohngefälle.

In den USA sind die Jahresgehälter für Frauen in der IT-Branche mit 70.153€ am höchsten, gefolgt von Irland (49.052€) und der Schweiz (47.814€).

Bulgarien hat mit 30 % den höchsten prozentualen Frauenanteil in der IT-Branche, gefolgt von Australien (28 %) und Rumänien (26 %).

Geschlechtergleichheit in der Gesamtwirtschaft: Faktoren wie der prozentuale Anteil der erwerbstätigen Frauen und das allgemeine geschlechtsspezifische Lohngefälle.

Frauen in der IT-Branche: Prozentualer Frauenanteil im IT-Sektor.

Chancen für Frauen in IT-Berufen: Dies beschreibt den Unterschied zwischen dem prozentualen Anteil der erwerbstätigen Frauen und dem Frauenanteil in der IT-Branche. Zusätzlich wurde berücksichtigt, wie viel Prozent der Absolventen von MINT-Fächern weiblich sind.

Lohngefälle in der IT-Branche: Der Unterschied zwischen dem allgemeinen Lohngefälle und dem Lohngefälle zwischen Männern und Frauen in der IT-Branche.

Karrierechancen für Frauen: Der Frauenanteil in Führungspositionen und auf Ministerinnenposten.

Um potentielle Hürden für Frauen in der IT-Branche zu identifizieren und die vielversprechendsten Jobmöglichkeiten aufzuzeigen, wurde zudem der Geschlechter-Ungleichheits-Index untersucht. Dieser analysiert die reproduktive Gesundheit* von Frauen sowie ihre wirtschaftliche Emanzipation und Teilnahme am Arbeitsmarkt und ermöglicht Schlussfolgerungen über die Gleichberechtigung allgemein. Um zu ermitteln, ob die Gleichstellung von Männern und Frauen in den vergangenen Jahren besser oder schlechter geworden ist, haben wir die derzeit verfügbaren Lohnlücken-Daten mit den Daten, die es vor fünf Jahren gab, miteinander verglichen.

„Das geschlechtsspezifische Lohngefälle in der IT-Branche beträgt in Deutschland 25 %. Dies stellt den schlechtesten Wert in Westeuropa dar und ist doppelt so hoch wie in Belgien und Frankreich, wo die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen 11,8 % beträgt. Dies deutet darauf hin, dass der IT-Sektor in Deutschland in Sachen Gleichberechtigung hinter anderen westlichen Ländern zurückliegt”, sagt Emma Tracey, Co-Gründerin von Honeypot. „Zwar unternimmt die deutsche Regierung Schritte, die sich positiv auf die Gleichberechtigung in der Wirtschaft auswirken sollen, wie das Lohntransparenzgesetz, das im Juli 2017 in Kraft getreten ist, jedoch bleibt abzuwarten, ob dieses tatsächlich Wirkung zeigt oder lediglich zu mehr Bürokratie führt.“, sagt sie.

„Reproduktive Gesundheit wird im Rahmen der World Health Organisation wie folgt definiert: komplettes körperliches, geistiges und soziales Wohlbefinden."

Resultate können hier eingesehen werden: https://www.honeypot.io/de/women-in-tech-2018

Die folgende Tabelle zeigt einen Ausschnitt der Ergebnisse der 20 Länder, in denen Frauen in IT-Berufen die besten Chancen haben. Diese Berechnung basiert auf dem Vergleich des allgemeinen geschlechtsspezifischen Lohngefälles und dem der IT-Branche. Ein positiver Wert bedeutet, dass das Lohngefälle zwischen Männern und Frauen in der IT-Branche geringer ist als der allgemeine Durchschnitt des entsprechenden Landes und dass demnach Frauen in IT-Berufen fairere Löhne beziehen. Beispielsweise beträgt der Unterschied zwischen dem allgemeinen geschlechtsspezifischen Lohngefälle und dem der IT-Branche in Portugal 7,26 %, was bedeutet, dass das geschlechtsspezifische Lohngefälle innerhalb der IT-Branche 7,26 % besser ist, als das allgemeine durchschnittliche Lohngefälle. Ist der Wert hingegen negativ, wie in Irland mit -3,13 %, haben Frauen in IT-Berufen einen um 3,13 % größeren Nachteil.

Der Vergleich des geschlechtsspezifischen Lohngefälles zwischen 2010 und 2015: Ist die Prozentzahl, die anzeigt, inwiefern die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen in den fünf Jahren zugenommen oder abgenommen haben (da die aktuellsten verfügbaren Daten aus dem Jahr 2015 stammen)." . Ein positiver Wert, wie z.B. in Schweden, bedeutet, dass die Lohnlücke um 3,44 % gestiegen ist. Ein negativer Wert, wie z.B. in Island, bedeutet, dass sich das Lohngefälle um 2,29 % verringert hat. Eine genaue Aufschlüsselung der einzelnen Kriterien ist in der Methodik im unteren Teil dieser Pressemitteilung zu finden.

Anmerkung: Eine ausführliche Methodik ist im unteren Teil dieser Pressemitteilung zu finden. Die vollständigen Ergebnisse können Sie hier einsehen: https://www.honeypot.io/de/women-in-tech-2018

Weitere Erkenntnisse:

In den USA ist die Anzahl der erwerbstätigen Frauen mit 74,43 Millionen am höchsten. In Malta ist sie mit 80.000 am niedrigsten.

Litauen hat mit 51,17 % von allen Ländern den höchsten prozentualen Frauenanteil unter den Erwerbstätigen und ist damit eines von nur zwei Ländern (neben Lettland mit 50,25 %) der Rangliste, in denen mehr Frauen als Männer erwerbstätig sind. Den geringsten Frauenanteil hat die Türkei, wo 31,55 % aller Erwerbstätigen Frauen sind.

In Lettland ist der prozentuale Frauenanteil in hochrangigen Beamtenstellen, gesetzgebenden und geschäftsführenden Positionen mit 44,5 % am höchsten. In Südkorea ist er mit 10,7 % am niedrigsten.

Schweden hat mit 44,5 % den höchsten Frauenanteil im Parlament, während in Japan lediglich 9,9 % der AbgeordnetInnen weiblich sind.

Finnland hat mit 62,5 % den höchsten Frauenanteil in Ministerämtern. Frankreich ist beachtlicherweise das einzige Land, in dem die Hälfte des Kabinetts aus Frauen besteht. In Ungarn und der Slowakei ist kein einziges Ministeramt von einer Frau besetzt.

In Luxemburg ist das durchschnittliche Gehalt für Frauen mit 47.945€ am höchsten. In Bulgarien ist es mit 9.945€ am niedrigsten.

Das allgemeine durchschnittliche geschlechtsspezifische Lohngefälle ist mit 37,18 % in Südkorea am höchsten und in Italien und Luxemburg mit jeweils 5,5 % am niedrigsten.

Die meisten Beschäftigten in der IT-Branche haben mit ca. 6 Millionen die USA, während in Malta und Island jeweils nur rund 7.000 Menschen leben, die in IT-Berufen arbeiten.

In Finnland sind 6,04 % aller Erwerbstätigen in IT-Berufen tätig, was den höchsten Wert aller Länder darstellt, während in der Türkei nur 0,8 % der Erwerbstätigen im IT-Sektor arbeitet.

In den USA arbeiten mit 1,5 Millionen die meisten Frauen in der IT-Branche. In Malta arbeiten nur 800 Frauen in IT-Berufen, was den geringsten Wert aller Länder darstellt.

In Bulgarien ist der Frauenanteil in der IT-Branche mit 30,28 % am höchsten, während dieser in der Slowakei mit 9,29 % am niedrigsten ist.

In Israel ist der Unterschied zwischen dem Frauenanteil aller Erwerbstätigen und dem Anteil der Frauen in IT-Berufen mit -36,6 % am höchsten, während er in Rumänien mit -16,57 % am niedrigsten ist.

In der Türkei ist der Frauenanteil unter MINT-AbsolventInnen mit 37,11 % am höchsten, während er in Japan mit 15,25 % am niedrigsten ist.

In den USA ist sowohl das allgemeine Durchschnittsgehalt als auch das Durchschnittsgehalt für Frauen in IT-Berufen mit 79.595€ beziehungsweise 70.153€ am höchsten. In Mexiko ist das durchschnittliche Gehalt in der IT-Branche sowohl allgemein als auch für Frauen am niedrigsten und beträgt lediglich 15.788€ beziehungsweise 12.520€.

In der Türkei ist das geschlechtsspezifische Lohngefälle in der IT-Branche mit 8,42 % am niedrigsten, während es in Südkorea mit 41,17 % am höchsten ist.

In Portugal ist der Unterschied zwischen dem allgemeinen geschlechtsspezifischen Lohngefälle und dem der IT-Branche mit 7,26 % am höchsten, während der Unterschied in Polen mit -17,8 % am niedrigsten ist.

Die Schweiz hat mit 0,04 die beste Wertung des Geschlechter-Ungleichheits-Index, während Mexiko mit 0,345 am schlechtesten abschneidet.

Südkorea wies 2010 mit 39,61% das höchste geschlechtsspezifische Lohngefälle auf. Slowenien hatte 2010 mit 0,95% das geringste geschlechtsspezifische Lohngefälle.

Das geschlechtsspezifische Lohngefälle in Rumänien hat sich von 2010 bis 2015 um 3% verbessert, während die Frauen in Slowenien 2015 um 7,15% weniger als vor 5 Jahren bezahlt wurden.

Alternative Zitate:

„Die Tatsache, dass das geschlechtsspezifische Lohngefälle in fünf Jahren in 17 Ländern gestiegen ist, mag viele überraschen”, sagt Emma Tracey, Co-Gründerin von Honeypot. „Vielversprechend ist jedoch, dass Länder wie Finnland, Schweden und das Vereinigte Königreich einiges zu bewegen scheinen und sowohl die Gleichberechtigung im Allgemeinen als auch in der IT-Branche in diesen Staaten zugenommen hat. Die anderen OECD- und EU-Staaten sollten sich ein Beispiel an diesen Ländern nehmen, um ihre eigenen Einkommensunterschiede zu beseitigen.”

„Die Studie kommt zu äußerst interessanten kulturellen Erkenntnissen. In der Türkei ist das geschlechtsspezifische Lohngefälle in IT-Berufen von allen Ländern am niedrigsten und das Land liegt beim allgemeinen Lohngefälle zwischen Männern und Frauen auf dem fünften Platz. Gleichzeitig jedoch ist der Frauenanteil unter den Erwerbstätigen mit 31,55 % von allen Ländern am niedrigsten”, sagt Emma Tracey, Co-Gründerin von Honeypot. „Dies bedeutet, dass trotz der kulturellen Hürden, die viele Frauen in der Türkei davon abhalten, zu arbeiten, berufstätige Frauen dort fairer bezahlt werden als in Ländern, die von sich behaupten, in Sachen Gleichberechtigung fortschrittlicher zu sein, wie z.B. Deutschland oder das Vereinigte Königreich”, sagt sie.

„Eines der überraschendsten Erkenntnisse der Studie ist die Tatsache, dass in Israel, der sogenannten ,Start-Up Nation’ mit ,Silicon Wadi’ lediglich 26.000 Frauen in IT-Berufen arbeiten, was nur 11 % der Erwerbstätigen der Branche ausmacht und einer der niedrigsten Werte im Index ist”, sagt Emma Tracey, Co-Gründerin von Honeypot. „Bei einem geschlechtsspezifischen Lohngefälle von 27 % in der israelischen IT-Branche kann man davon ausgehen, dass Frauen entmutigt werden, in diesem Bereich zu arbeiten und sich anderswo nach besseren Gehältern umschauen. Wir hoffen, dass diese Studie auf diese Ungleichheit aufmerksam macht und den 24 % weiblichen MINT-Absolventen in Israel dabei hilft, gegen die Lohnunterschiede vorzugehen.”

„Das Weltwirtschaftsforum berichtete 2017, dass es noch 170 Jahre bis zur wirtschaftlichen Gleichstellung der Geschlechter dauern würde, die globale Wirtschaft jedoch bis 2025 um $28 Billionen wachsen würde, wenn erwerbstätige Frauen gleich behandelt würden”, sagt Emma Tracey, Co-Gründerin von Honeypot. „Es sollte zudem bedacht werden, dass sich die IT-Branche in der Zukunft zur wichtigsten wirtschaftlichen Plattform entwickeln wird und es daher unumgänglich ist, etwas gegen die Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern zu unternehmen. Wir hoffen, dass dieser Index einen Teil dazu beiträgt, die Augen der Führungskräfte dieser Branche zu öffnen und sie zu positiven Änderungen zu bewegen, von denen nicht nur die Gleichberechtigung, sondern die gesamte Weltwirtschaft profitiert.”

Alle Daten und Grafiken dürfen veröffentlicht werden mit einem Verweis auf die Quelle: https://www.honeypot.io/de/women-in-tech-2018

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