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"Hartz IV"-Empfänger fühlen sich laut Studie als Bürger zweiter Klasse


06. November 2008

[ngo/ddp] Die finanzielle Situation vieler "Hartz IV"-Empfänger verletzt einer neuen Studie zufolge das "Grundrecht auf ein würdiges Leben". Rund 90 Prozent der Bezieher von Arbeitslosengeld II befänden sich in einer "finanziellen Notlage, die ihre Teilhabemöglichkeiten unzumutbar einschränkt", heißt es in der Erhebung, deren Ergebnisse am Donnerstag (6. November) auf einer Fachtagung in Bad Boll vorgestellt wurden. Verschärft werde die Lage vielfach durch "fehlerhafte Berechnungen, unrealistische Obergrenzen bei der Anerkennung von Wohnkosten und Leistungskürzungen als Sanktionen für mangelnde Mitwirkung".

Die Studie wurde von der gewerkschaftsnahen Hans Böckler Stiftung, dem Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (KDA) und dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) in Auftrag gegeben. In dem Bericht wird zudem der Verdacht geäußert, dass sich der Regelsatz für die Grundsicherung "nicht am tatsächlichen Bedarf für das Existenzminimum" orientiere.

Dies setze eine "Negativ-Spirale in Gang", die die körperliche und seelische Gesundheit der Betroffenen "stark in Mitleidenschaft zieht". "Hartz IV"-Empfänger nähmen ihre Situation oft als zunehmend perspektivlos wahr. "Sie fühlen sich abgekoppelt von der gesellschaftlichen Entwicklung und als Bürger zweiter Klasse." Der Verdacht, sie seien wenig arbeitswillig und meist unzureichend qualifiziert "wird durch die Studie nicht bestätigt".

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