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Ausmaße wie Sachsen

Größte Ölpalmen-Plantage der Welt soll Regenwald gefährden


12. August 2005

Bild: Rettet den Regenwald e.V.[ngo] Die Umweltschutzorganisation WWF befürchtet in Indonesien eine ökologische Katastrophe. Am Freitag berichtete die Umweltschutzorganisation von einem Großprojekt der indonesischen Regierung, das riesige Flächen an Bergregenwäldern vernichten würde. Nach Informationen des WWF soll auf der Insel Borneo die größte Ölpalmen-Plantage der Welt entstehen. Die Ausmaße entsprächen mit 1,8 Millionen Hektar "der Größe Sachsens". Mitten im geplanten Anbaugebiet lägen auch die beiden größten Nationalparks Borneos. Außerdem entsprängen dort 14 der 20 größten Flüsse und versorgten die 18 Millionen Bewohner der Insel mit Trinkwasser. Die Organisation verwies auf eine Studie des Zentrums für Internationale Forstwirtschafts-Forschung (CIFOR), die beweise, dass das Gebiet für den Anbau von Ölpalmen überhaupt nicht geeignet sei. Der WWF vermutet daher, dass es den Investoren hauptsächlich um die Einnahmen durch die Regenwaldabholzung geht.

Jeden Monat werden laut WWF drei neue Arten entdeckt

"Diese Mega-Schneise wäre eine ökologische Katastrophe und ist auch ökonomisch unsinnig", meint Nina Griesshammer vom WWF. Riesige Flächen ursprünglicher Bergregenwälder müssten für die Plantagen abgeholzt werden, der Lebensraum von Orang-Utans und anderer Arten werde gefährdet. "Das 'Herz von Borneo' verfügt über eine enorme biologische Vielfalt, jeden Monat werden durchschnittlich drei neue Arten entdeckt", behauptet der WWF.

Ist die Plantage ein Scheinprojekt?

Nach Einschätzungen der Organisation macht die Pflanzung von Ölpalmen in dieser Bergregion auch wirtschaftlich keinen Sinn. Der Boden sei unfruchtbar, die Lage zu hoch, die Hänge häufig zu steil und das Gebiet fast gänzlich unerschlossen. 200 Gebiete im Herzen Borneos habe das CIFOR 2004 untersucht, nicht ein einziges habe sich für Ölpalmen geeignet. Griesshammer: "Gewinne wollen die Investoren wohl vor allem durch die Abholzung großer Waldgebiete machen".

Nach Darstellung des WWF wollen sich "an kurzfristigen Profiten orientierte Kräfte" in der indonesischen Regierung über alle Bedenken hinwegsetzen. Ähnliche Mammut-Projekte seien jedoch bereits unter der Regierung des früheren Diktators Suharto gescheitert und hätten katastrophale Auswirkungen auf die Natur gehabt.

WWF Indonesien: Nur nachhaltige Plantagen

Mubariq Ahmad vom WWF in Indonesien forderte seine Regierung auf, nur mit seriösen und verantwortungsvollen Investoren zusammenzuarbeiten, die für einen nachhaltigen Anbau von Ölpalmen-Plantagen einstehen würden. Der WWF bemüht sich offenbar gemeinsam mit Unternehmen und Interessengruppen wie der "Indonesischen Palmöl-Kommission" (IPOC) um eine umweltschonende Plantagenwirtschaft. Auch die IPOC lehne das geplante Projekt ab.

Indonesien und Palmöl

Palmöl ist für Indonesien ein wichtiges Exportprodukt. Gemeinsam mit Malaysia deckt das Land offenbar vier Fünftel des Weltbedarfs. Nach einer WWF-Studie sollen 2003 etwa eine Million Hektar des indonesischen Teils Borneos mit Ölpalmen-Plantagen bedeckt gewesen sein. Diese Fläche würde durch die geplanten Plantagen nahezu verdreifacht. Palmöl komme in vielen Alltagsprodukten wie Margarine, Waschmitteln oder Lippenstiften vor. Auch Deutschland spiele als siebtgrößter Importeur weltweit eine wichtige Rolle im Palmöl-Geschäft.

Foto: Rettet den Regenwald e.V.

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