Verkehrsminister kritisiert Kündigungen nach Terroranschlägen

Flugversicherungen

Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig (SPD) kritisiert das Verhalten von Versicherungsunternehmen, die nach den Anschlägen in den USA bestehende Verträge mit Fluggesellschaften innerhalb einer Woche gekündigt hatten. "Wäre der Bund hier nicht mit der Staatsgarantie eingesprungen, wäre in der vergangenen Woche in Deutschland keine Maschine mehr gestartet", sagte Bodewig der "Passauer Neuen Presse" vom Mittwoch.

Der Verkehrsminister betonte, er habe "überhaupt kein Verständnis für Versicherungen, die jahrelang hervorragende Gewinne verzeichneten und jetzt beim ersten wirklichen Versicherungsfall mit einem außerordentlichen Kündigungsrecht einen Versicherungsschutz von lediglich 50 Millionen Mark angeboten haben". Das reiche nicht aus und sei "völlig inakzeptabel", bemängelte Bodewig. Er hoffe, "dass Fluglinien und Versicherungen die vier Wochen, in denen der Staat die Haftungsgarantie gibt, nutzen werden, um den

Versicherungsschutz wieder herzustellen". Zum Thema Flugsicherheit sagte Bodewig, alle Flughäfen weltweit müssten nun auf ihre Sicherheitsstandards überprüft werden. Als Vorbild nannte der SPD-Politiker Deutschland: "Das Sicherheitsniveau, das wir hier in Deutschland bereits haben, muss weltweit erreicht werden".