Aids-Stiftung protestiert gegen Preispolitik von GlaxoSmithKline

Keine Werbung mehr für Produkte des Herstellers

Einer der größten Anbieter von Spezialbedarf für HIV-Patienten, die Aids Healthcare Foundation (AHF), will Produkte des britischen Pharmariesen GlaxoSmithKline (GSK) in ambulanten Einrichtungen nicht mehr bewerben. Die Organisation protestiert mit dieser Maßnahme gegen die Preispolitik des Pharmaunternehmens.

Obwohl GlaxoSmithKline in Entwicklungsländern bereits Aids-Medikamente zu reduzierten Preisen anbietet, behauptet die Aids Healthcare Foundation, dass das Pharmaunternehmen noch immer doppelt so hohe Preise veranschlagt wie seine Konkurrenten. Den Vorwurf dementiert GlaxoSmithKline mit der Stellungnahme, dass aus den Verkäufen kein Profit geschlagen würde.

AHF hofft, dass durch den Ausschluss der GSK-Produkte aus ihren medizinischen Ämtern die "direkte Hauptleitung" des Unternehmens zur Information der Ärzte über Produktneuheiten gekappt wird. Schätzungen zufolge wendet die Pharmaindustrie jährlich 13 Milliarden Dollar für Direktmarketing auf. "GSK hat über die Grenzen der unternehmerischen Verantwortung hinaus geschossen", so AHF-Präsident Michael Weinstein. Größere Spenden für wohltätige Zwecke habe es von GSK nie gegeben. "Unverständlich, wenn man bedenkt, dass Aids dem Unternehmen Milliarden Dollar gebracht hat."

Der Leiter der Öffentlichkeitsarbeit von AHF, Cesar Portillo, betonte, dass zwei Aids-Medikamente von GSK, Combivir und Trizivir, tatsächliche Reformulierungen bestehender Aids-Medikamente seien. Diese hätten keine kostenintensive Forschung benötigt. Die sich dadurch ergebenden geringen Entwicklungskosten würden eine niedrige Preisgestaltung vermuten lassen. Während sich AHF von GSK durch die Maßnahme eine Preisreduktion erhofft, kontert GSK-Sprecherin Nancy Pekarek: "Die Entscheidung der AHF hat keinen Einfluss auf den Verkauf im Außendienst."