Umweltschützer aus acht Ländern organisieren Kampagnen gegen die OCP Ölpipeline

Ölpipeline in Ecuador

Am Montag ging in Deutschland die erste internationale Tagung von Gegnern der ecuadorianischen OCP Ölpipeline zu Ende. An der Tagung nahmen etwa 30 Vertreter von Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen aus Ecuador, Argentinien, Deutschland, Kanada, Italien, Spanien, Großbritannien und den USA teil. In all diesen Ländern haben Nichtregierungsorganisationen (NROs) Kampagnen gegen die Firmen und Banken initiiert, die das OCP-Konsortium stützen. Die Kampfansage der NROs hat gute Gründe. Sowohl OCP als auch die WestLB haben sich lange Zeit darauf berufen, dass die Ölpipeline in Übereinstimmung mit Weltbankstandards geplant und gebaut würde. Erst im September 2002 hat jedoch eine unabhängige Studie des ehemaligen Weltbankmitarbeiters und Experten auf dem Gebiet der Weltbankstandards Dr. Robert Goodland gezeigt, dass OCP alle relevanten Weltbankstandards verletzt.

Das OCP-Projekt wird von einem Konsortium von 16 Banken, Versicherungen und Pensionsfonds unter Führung der WestLB finanziert. Die WestLB hatte sich stets bemüht, die Namen der anderen Konsortiumsmitglieder geheim zu halten. "Inzwischen haben wir jedoch einen Großteil der beteiligten Finanzinstitute ausfindig gemacht und werden dementsprechend unsere Kampagne ausweiten", sagt Heffa Schücking, Sprecherin von Urgewald.

Natalia Arias von der ecuadorianischen Umweltorganisation Accion Ecologica sagt: "Ein international organisiertes Konsortium von Ölfirmen, Banken und Versicherungen will unser Land plündern. Deshalb setzen wir dem nun eine international organisierte Kampagne entgegen, die diese Institutionen zur Verantwortung zieht".

Bruce Rich, Vertreter von Environmental Defense , einer der größten US-Umweltorganisationen fügt hinzu: "Damit haben sie sichergestellt, dass Umweltorganisationen eine unnachgiebige und lang anhaltende internationale Kampagne gegen die WestLB als einer der verantwortungslosesten Projektfinanzierer weltweit starten werden."

Laut Umweltschützern steht die Zukunft des ecuadorianischen Amazonasgebiets auf dem Spiel. "Unser Kampf beschränkt sich deshalb nicht auf die Pipeline", sagt Arias. "Die Firmen, die die Pipeline bauen, sind die gleichen, die die massive neue Ölförderungen in Indianerreservaten und den letzten intakten Naturschutzgebieten unseres Landes planen."

Die Firma OCP hat ihren offiziellen Sitz auf den Cayman Inseln. Sie besteht jedoch aus Ölfirmen aus Kanada, USA, Spanien, Brasilien, Italien und Großbritannien. Insbesondere die kanadische Ölfirma Encana, die auch den Präsidenten des OCP-Konsortiums stellt, sieht sich wachsendem Widerstand in ihrem Heimatland gegenüber. Nadja Drost von der kanadischen Umweltorganisation "Toronto Environmental Alliance" berichtet, dass wichtige Aktionäre von Encana bereits eine Resolution in Sachen OCP für die diesjährige Aktionärsversammlung vorbereitet haben. Die Firmen Repsol in Spanien und AGIP in Italien sehen sich ähnlichen Kampagnen ausgesetzt.

Die NROs haben beschlossen, OCP und seinen Finanzierern bei jeder neuen Ölkonzession im ecuadorianischen Amazonas den Kampf anzusagen. Es bestehen ohnehin Zweifel, ob Ecuador's Ölreserven ausreichen, um eine neue Pipeline zu füllen. Die neugegründete internationale Allianz gegen OCP wird ihren Beitrag dazu leisten, eine Füllung der Pipeline zu verhindern. "Die beteiligten Finanzinstitutionen und Firmen werden mit uns um jeden Tropfen Öl ringen müssen, der durch diese Pipeline fließen soll" sagen die Konferenzteilnehmer. In der Zwischenzeit ist man sich einig, dass die Bemühungen, den Pipelinebau zu stoppen, mit neuer Kraft weitergehen werden. Ab dem 4. Dezember wird eine Delegation von ecuadorianischen Bauern-, Indianer- und Umweltorganisationen Deutschland, Italien und Spanien besuchen, um die Öffentlichkeit auf die fortgesetzten Menschenrechtsverletzungen und den Umweltfrevel, die OCP und seine Financiers zu verantworten haben, aufmerksam zu machen.