Großteil der Bevölkerung will mehr Gesetze zum Umweltschutz

Umweltbewusstsein

Den Bundesbürgern reichen die derzeit bestehenden Gesetze zum Umweltschutz und zur Ressourcenschonung nicht aus. Nach einer am Donnerstag in Berlin vorgestellten Studie, die das Institut für Demoskopie Allensbach für die Duales System Deutschland AG (DSD) und das Wirtschaftsmagazin 'impulse' durchgeführt hat, wünscht sich die Zwei-Drittel-Mehrheit (68 Prozent) weitere Gesetze und Auflagen zur Regelung des Umweltschutzes. Nur 20 Prozent der Befragten setzten darauf, dass Unternehmen auf freiwilliger Basis genug für den Umweltschutz tun. Allensbach hatte Umweltwissen und Umweltbildung der Bevölkerung ab dem Alter von 16 Jahren untersucht.

Insgesamt stünden die Bundesbürger, wie die Allensbach-Studie zeigt, allen staatlichen Stellen und der Wirtschaft in Sachen Umweltschutz überwiegend skeptisch gegenüber, während private Organisationen meist großes Vertrauen genössen. Für 71 Prozent der Deutschen sei Greenpeace im Bereich Umweltschutz die vertrauenswürdigste Institution knapp gefolgt von den Verbraucherverbänden (70 Prozent). Auf dem dritten Platz setzten die Deutschen mit 57 Prozent den BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) noch vor dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) mit 52 Prozent.

Die staatliche Institution, der das größte Vertrauen in Umweltschutzfragen entgegengebracht werde, sei auf Rang fünf mit einer Quote von 48 Prozent das Bundesverbraucherministerium von Renate Künast. Damit läuft sie dem eigentlich zuständigen Bundesumweltminister Jürgen Trittin den Rang ab. Dessen Ministerium lande mit 43 Prozent auf Platz sieben noch hinter dem Bundesgesundheitsamt, dem 45 Prozent vertrauten.

Lediglich sieben bzw. sechs Prozent halten Großunternehmen und Parteien in dieser Frage für vertrauenswürdig. Den kleineren und mittleren Unternehmen hat immerhin jeder fünfte Bundesbürger das Vertrauen beim Umweltschutz ausgesprochen.

Die Mehrheit der Deutschen sieht sich darüber hinaus als umweltinteressiert. Danach bezeichnten sich insgesamt 62 Prozent der Bevölkerung als "sehr stark" oder "stark" interessiert am Umweltschutz. Bei den 16- bis 29-Jährigen sei das Interesse am Umweltschutz allerdings unterdurchschnittlich ausgeprägt.

Zwar plädiere eine Zweidrittelmehrheit dafür, Kinder schon frühzeitig über Umweltprobleme aufzuklären. Aber rund 73 Prozent der 16- bis 29-Jährigen sagten, dass Umweltthemen im Unterricht keine oder nur eine geringe Rolle spielten.

Mittlerweile hätten auch gut ein Drittel (37 Prozent) den wirtschaftlichen Nutzen hoher Umweltschutzauflagen für eine Volkswirtschaft erkannt und sehen die langfristig positiven Effekte einer solchen Politik. 55 Prozent seien sogar davon überzeugt dass verstärkter Umweltschutz zu neuen Technologien und in der Folge zu neuen Arbeitsplätzen führe.

Von der großen Zahl unterschiedlicher Umwelt-Siegel fühlten sich die meisten Verbraucher allerdings überfordert. Vielen gelinge es nicht, das Leistungsversprechen der jeweiligen Gütesiegel richtig anzugeben.