NGO — Die Internet-Zeitung
Lungenkrebs

Mehr als 40.000 sterben jährlich an typischen Raucherkrankheiten

Am

Mehr als 40.000 Menschen sind 2001 in Deutschland an typischen Raucherkrankheiten gestorben. Wie das Statistische Bundesamt anlässlich des Weltnichtrauchertages (31. Mai) am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte, war Lungenkrebs die fünfthäufigste Todesursache. Insgesamt seien 4,8 Prozent aller Sterbefälle auf eine für Raucher symptomatische Erkrankung zurückzuführen gewesen.


Neben Lungenkrebs (38.525 Sterbefälle) werden den Angaben zufolge auch Kehlkopfkrebs (1484 Sterbefälle) und Luftröhrenkrebs (44 Sterbefälle) zu den Folgeerkrankungen des Rauchens gezählt. An diesen Todesursachen starben dreimal mehr Männer als Frauen. Das durchschnittliche Alter der an Lungen-, Kehlkopf- und Luftröhrenkrebs Gestorbenen lag bei 68,9 Jahren.

Kaffee gegen Krebs?

Im Tierversuch hat sich gezeigt, dass das Alkaloid Koffein vor Hautkrebs schützt. Forscher der Rutgers University im Bundesstaat New Jersey fanden heraus, dass eine auf die Haut aufgetragene Koffeinlösung Tumorwachstum verhindern kann. Das berichtet das Fachmagazin Proceedings of the National Academy of Science (PNAS). Die Wissenschaftler um Allan Conney bestrahlten spezielle Mäuse zweimal wöchentlich fünf Monate lang mit künstlichem UV-B-Licht, jenen energiereichen Strahlen, die nach einer langen Sonnenexposition Sonnenbrand verursachen und Hautkrebs auslösen können. "Nach der Bestrahlung wurde den Nagern am Rücken eine Koffeinlösung auf die Haut aufgestrichen", erklärte Conney. Diese Mäuse entwickelten dabei um 70 Prozent weniger Tumore auf der Haut als die unbehandelte Kontrollgruppe.

Der Inhaltsstoff von Kaffee und Tee führt offenbar zu einem vermehrten Absterben von Tumorzellen (Apoptose) , vermuten die Forscher. Bereits frühere Studien hatten gezeigt, dass ein Koffein-Zusatz im Trinkwasser die Tiere vor Tumoren bewahrte. Der Vorteil der äußeren Anwendung ist, dass höhere Konzentrationen bzw. insgesamt höhere Dosismengen verwendet werden können, erklärte Conney. "Menschen könnten eine derart hohe Menge nicht ohne Nebenwirkungen trinken", erklärte der Studienleiter. Vor Versuchen, sich den Körper zum Schutz mit Kaffee einzureiben, sei aber gewarnt. Weitere Untersuchungen müssen zeigen, ob die Ergebnisse auf den Menschen übertragbar sind bzw. ob koffeinhaltige Medikamente zur Prävention vor Hautkrebs möglich sind.

27.08.2002

Kunststoff-Baustein krebsverdächtig

Wie das ARD-Magazin "Kontraste" am 19. September bekannt gab, haben Wissenschaftler einen Stoff entdeckt, der im Verdacht steht, die männliche Fruchtbarkeit herabzusetzen und andererseits bestimmte Krebsformen zu begünstigen, wie beispielsweise Brustkrebserkrankungen bei der Frau oder auch Hoden- und Prostata-Krebs beim Mann. Bisphenol A ist ein Kunststoff-Baustein, der sich durch einfachen Kontakt mit Flüssigkeit aus Plastikflaschen löst.

Nicht nur in Baby-Flaschen, sondern auch in anderen Verpackungsmaterialien wie Getränkedosen, Joghurtdeckeln und Konservendosen wurde Bisphenol A nachgewiesen. Bereits im Mutterleib und bei Kleinkindern richtet die hormonähnliche Chemikalie besorgniserregenden Schaden an.

Andreas Gies vom Umweltbundesamt dazu: "Meine Empfehlung ist, Bisphenol A aus bestimmten Bereichen herauszunehmen. Es ist nicht einzusehen, warum wir Babyflaschen haben müssen, die Bisphenol A frei setzen, wenn andere Produkte gute Gebrauchseigenschaften haben."

Da es bei Glas keinerlei Wechselwirkungen zwischen Verpackung und Verpackung gibt, ist die Reinheit des Füllgutes garantiert. Das Aktionsforum Glasverpackung empfiehlt daher, keinerlei Risiko einzugehen, und auf Verpackungen aus Glas zu setzen.

Am 23-09-2002

Pommes Frites, Chips, Knäckebrot und Toast betroffen

Der Skandal um hohe Konzentrationen des krebserregenden Gifts Acrylamid in Lebensmitteln weitet sich offenbar aus. "Acrylamid ist mit Abstand das größte Problem, das wir in den letzten Jahren hatten", warnte die Sprecherin des Bundesinstituts für Risikobewertung, Irene Lukassowitz, in der "Bild"-Zeitung. Dagegen seien Nitrofen- und Hormonskandale "harmlos" gewesen. Die Bundesregierung stufe den Acrylamid-Skandal als sehr ernst ein.

Eine Sprecherin des Verbraucherschutzministeriums sagte dem Blatt: "Wir haben ein Acrylamid-Minimierungsprogramm gestartet." Lebensmittelkontrolleure gingen durchs Land und nähmen Proben. Alle Hersteller, deren Produkte die höchsten Acrylamid-Werte aufweisen, würden aufgefordert, "ihre Herstellungsverfahren zu ändern, die Werte zu senken".

Acrylamid war in sehr hohen Konzentrationen in Pommes Frites, Chips, Knäckebrot und Toast gefunden worden.

Am 04-11-2002

Krebsgift

Auf dem Rangierbahnhof Seelze bei Hannover ist am Mittwochmorgen ein mit der Chemikalie Epichlorhydrin beladener Kesselwagen verunglückt. Der Waggon fuhr auf einen leeren Güterwagen auf, wie die Deutsche Bahn in Hannover mitteilte. Es sei jedoch kein Gift ausgetreten, sagte ein Bahnsprecher. Die Unfallursache und die Höhe des Schadens waren zunächst unklar. Epichlorhydrin gilt als hochgiftig und Krebs erregend.

Erst im September vergangenen Jahres war im niedersächsischen Bad Münder bei einem Bahnunglück Epichlorhydrin aus einem Kesselwagen freigesetzt worden. In den Tagen nach dem Zwischenfall klagten mehrere hundert Menschen über Gesundheitsbeschwerden.

Am 08-01-2003

Elektrosmog

"Elektrosmognews" meldet, Israelische Behörden hätten die Demontage aller Antennen des Hillel-Senders angeordnet. Die Sendeleistung war 1999 reduziert, die Antennen 2002 abgeschaltet worden. Jetzt solle ein neuer Platz für den umstrittenen Sender gefunden worden, der für eine Vielzahl von Krebsfällen und Fehlgeburten verantwortlich gemacht wird. Die thermischen ICNIRP-Grenzwerte wurden eingehalten. Die israelische Öffentlichkeit wurde durch eine ausführliche mehrseitige Reportage der größten israelischen Tageszeitung "Yediot Ahronot" vom 15.03.2003 auf die Krebshäufungen aufmerksam.

Neben massiven Krebshäufungen in Porat (hauptsächlich Leukämie und Gehirntumor) wurden jetzt weitere Fallhäufungen aus dem Nachbardorf Zoran bekannt. Nach Informationen der israelischen Zeitung "Maariv" von gestern (27.03.2003) liegt ein neuer Bericht vor, nach dem in Zoran mindestens 25 Anwohner an Krebs erkrankt sind und 26 Frauen in den letzten beiden Jahren Fehlgeburten hatten. Nach dem Bericht klagen außerdem viele Schüler über Kopfschmerzen und Übelkeit, viele Einwohner wollen das Dorf wegen der Antennen verlassen.

Die Antennen des Hillel-Senders müssen innerhalb von 10 Tagen abgebaut werden. Bekannte Experten wie Dr. Zamir Shalita und Dr. Eliahu Richter hätten auf die Wirkungen hochfrequenter elektromagnetischer Felder auf die Blut-Hirn-Schranke und Genschäden verwiesen.

Am 28-03-2003

Krebsforschung

Londoner Wissenschaftler nehmen Glühwürmchen als mögliche Waffe gegen Krebs ins Visier. Forscher des University College London haben jenes Gen des Glühwürmchens in veränderte Krebszellen eingeschleust, das die chemische Produktion von Licht aktiviert. Durch das lichtproduzierende Substrat Luziferin leuchten die Krebszellen wie Glühwürmchen. "Die Zellen produzieren genug Licht, um ihren eigenen Tod auszulösen", erklärt Theodossis Theodossiou vom National Medical Laser Center am College. Die in Kooperation mit dem Ludwig Institute of Cancer Research durchgeführte Studie wird in der aktuellen Ausgabe von Cancer Research publiziert.

Die Forscher veränderten die Krebszellen, die infolge dessen das Luziferase-Gen (Leuchtgen) exprimierten. Anschließend wurden die modifizierten Zellen mit dem passenden Substrat Luziferin inkubiert. Die Zellen wurden tatsächlich zu "Mini-Lampen", schreiben die Wissenschaftler. Sie strahlten Licht ab, das ihre Zerstörung auslösen könnte. Nachdem ein lichtsensibilisierender Stoff beigefügt wurde, begingen die Zellen durch die Produktion giftiger Substanzen tatsächlich auch Selbstmord. "Das Licht sammelt sich innerhalb der Tumorzellen. Es bedarf daher keiner Penetration von außen", erklärt Co-Autor John Hothersall vom Institute of Urology and Nephrology am College.

Ob die von Glühwürmchen inspirierte Behandlung bei Menschen zum Einsatz kommen wird, ist bislang noch unklar. Ein Forscherteam hat allerdings bereits gezeigt, dass die Beförderung des Luziferase-Gens in Prostata-Krebszellen möglich ist.

Am 15-04-2003

Verbrannt

Britische Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass Sonnenschutzmittel nicht gegen Hautkrebs schützen. Die Cremen und Lotionen verhinderten nicht, dass die schädigenden Sonnenstrahlen zur Haut gelangten, so das Team der Forschungsorganisation Raft. Die Wissenschaftler betonten allerdings im Journal of Investigative Dermatology, dass weitere Untersuchungen zur Wirkung der handelsüblichen Sonnenschutzmittel notwendig seien.

Unter der Leitung von Roy Sanders wurden Tests mit gespendeten Hautproben durchgeführt. Diese Proben setzte das Team UVA-Licht mit einer dem Sonnenlicht vergleichbaren Intensität aus. Auf die Hautstücke wurden drei verschiedene Sonnencremen mit einem hohen Schutzfaktor aufgetragen. Die Tests hätten gezeigt, dass die Schutzmittel ein Verbrennen der Haut verhinderten. Ein Schutz gegen die UVA-Strahlung könne jedoch nicht nachgewiesen werden.

Sanders erklärte gegenüber der BBC, dass es anscheinend keinen Schutz gegen freie Radikale gäbe. "Das ist ein Problem. Menschen verwenden diese Sonnenschutzmittel in der Annahme, dass ein entsprechender Schutz gegeben ist und können so ihr Hautkrebsrisiko steigern." Sonnencremen sollen verhindern, dass durch die UVA-Bestrahlung freie Radikale freigesetzt werden, die zu einer Schädigung der DNA führen können, die ihrerseits Hautkrebs verursacht.

Am 29-09-2003

Gesundheit

ine Studie der University of Sydney geht davon aus, dass ein Sonnenschutz gegen UVA- und UVB-Strahlung notwendig ist. Die Wissenschaftler wiesen nach, dass auch UVA-Strahlen einen DNA-Schaden verursachen können. Diese Strahlenart verursacht eine Hautalterung aber keine Verbrennung. Die in den Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlichten Ergebnisse widersprechen der Auffassung, dass nur UVB-Strahlen ein Krebsrisiko darstellen.

Bei der Untersuchung von Hauttumoren zeigte sich, dass UVA-Strahlen Zellen in der tief liegenden keratinozyten Zellschicht beschädigt hatten. Diese Schicht enthält jene Mutterzellen, die die kontinuierliche Hautregeneration durch Zellteilung sicherstellen. Das Team um Gary Halliday nimmt an, dass der entstandene Schaden ausreicht, um diesen Bereich sehr krebsanfällig zu machen.

Die Wissenschaftler untersuchten Gewebeproben von 16 Patienten, die am Royal Prince Alfred Hospital gegen zwei verschiedene Arten von Hautkrebs behandelt wurden. Beide Krebsarten wiesen laut BBC größere Anzeichen einer Schädigung der entscheidenden Hautschichten durch UVA-Strahlung auf. Der Großteil der UVB-Mutationen war auf äußere Hautschichten beschränkt.

Am 24-03-2004

Prominente bedanken sich bei der Krebshilfe

Mit einer bundesweiten Plakat-Aktion und Anzeigen will die "Deutsche Krebshilfe" anlässlich ihres 30jährigen Bestehens verstärkt auf sich aufmerksam machen. Ab Dienstag hängen in Deutschland Plakate, auf denen unter anderem Schauspieler Ben Becker, Popstar Ronan Keating und ZDF-Moderatorin Marietta Slomka der Organisation für ihre Anstrengungen bei der Krebsaufklärung danken, teilte die Krebshilfe am Montag in Bonn mit.

Ab September sollen zudem unentgeltliche Anzeigen in Zeitungen und Zeitschriften erscheinen, auf denen auch die ehemalige Weitsprung-Olympiasiegerin Heike Drechsler und Fernsehmoderator Reinhold Beckmann die Aktivitäten der Krebshilfe unterstützen. Wie die Präsidentin der Krebshilfe, Dagmar Schipanski, zum Auftakt der Kampagne sagte, helfen die Prominenten auch, das Thema Krebs weiter zu enttabuisieren und neue Förderer zu gewinnen.

Die "Deutsche Krebshilfe" wurde 1974 von Mildred Scheel gegründet. Die Organisation, die sich ausschließlich über Spenden finanziert, ist die größte Bürgerinitiative gegen Krebs.

Am 23-08-2004

Forscher warnen

Mehrfarbige Tätowierungen enthalten nach neuesten Erkenntnissen gesundheitsgefährdende Stoffe. Forscher der Universitätsklinik Regensburg analysierten im Auftrag der EU 41 Farbproben, die bei mehrfarbigen Tattoos zum Einsatz kommen. Darin fanden sie Substanzen, wie sie zum Herstellen von Autolacken, Druckertinte oder zum Einfärben von Kunststoffen verwendet werden.

"Bis zu 300 verschiedene Farbmischungen werden zum Tätowieren verwendet, von denen selbst die meisten Profis nicht wissen, dass sie einen wahren Chemiecocktail von bis zu 60 verschiedenen Substanzen enthalten", so Wolfgang Bäumler von der Universitätsklinik Regensburg in der neuen Ausgabe von stern GESUND LEBEN.

Vor allem so genannte Azo-Farbstoffe könnten in krebserregende Amine gespalten werden. Kein Risiko besteht hingegen bei den blauschwarzen Standard-Tätowierungen. Hier wird in den meisten Fällen simple Tusche verwendet.

Am 28-03-2006

Hautalterung und Hautkrebs

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) warnt angesichts der anhaltenden Hitzewelle vor "der hohen Belastung durch UV-Strahlung". Schutzmaßnahmen seien unabdingbar. "Dies gilt besonders für die Menschen, die ständig draußen arbeiten müssen", sagte BfS-Präsident Wolfram König. Leichte, weite Kleidung, eine Kopfbedeckung und eine Sonnenbrille, sowie sorgfältiges Eincremen mit Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor vor dem Sonnenbad oder der Arbeit schützten vor den unangenehmen Folgen der UV-Strahlung. Diese seien nicht nur auf die Akutwirkung eines schmerzhaften Sonnenbrandes beschränkt. Langfristig könne ein zu viel an Sonne auch zu vorzeitiger Hautalterung und Hautkrebs führen.

"Die Haut von Kindern reagiert besonders empfindlich auf die Sonne. Gerade zur Zeit gilt deshalb: zwischen elf und drei ist sonnenfrei", empfiehlt König. Die Anzahl der Sonnenbrände, die ein Mensch bis zum 18. Lebensjahr erleide, sei ein entscheidender Faktor für das Risiko, Jahrzehnte später an Hautkrebs zu erkranken. König plädiert für einen vernünftigen Umgang mit der Sonne.

Der vom Bundesamt für Strahlenschutz veröffentlichten UV-Strahlenprognose zufolge, ist am kommenden Wochenende bundesweit mit einer mittleren bis hohen, teilweise sogar sehr hohen UV-Belastung zu rechnen.

Am 21-07-2006

Süßwarenindustrie

Die Süßwarenindustrie muss nach Darstellung des Magazins "Focus" möglicherweise Zimtgebäck vom Markt nehmen, weil der Grenzwert für den krebsauslösenden Duftstoff Cumarin deutlich überschritten wird. Das Bundesverbraucherministerium habe am Freitag alle Bundesländer zu verschärften Kontrollen angewiesen. In einem Vermerk des Bundeswirtschaftsministeriums vom 22. September heiße es, derzeit müsse von einer "gesundheitlichen Gefährdung, insbesondere von Kindern, ausgegangen werden".

Eine Sprecherin des Bundesverbraucherministeriums verwies darauf, dass Anfang des Jahres in Nordrhein-Westfalen Zimtgebäck mit einem Cumarin-Gehalt von bis zu 76,4 Milligramm pro Kilogramm entdeckt worden seien, während die entsprechende EU-Vorschrift einen Grenzwert von 2 Milligramm pro Kilogramm festschreibe.

Aktuelle Erkenntnisse über derzeit in den Regalen befindliche Produkte lägen nicht vor. Es liege aber in der Verantwortung der Unternehmen, für unbedenkliche Ware zu sorgen. Daher habe ihr Haus die für die Lebensmittelkontrolle zuständigen Länder aufgefordert, dies zu überprüfen.

Am 02-10-2006

Krebserregend

Im Klärschlamm von 26 baden-württembergischen Kläranlagen sind erhöhte Werte der als krebserregend eingestuften Industriechemikalie PFT gefunden worden. Wie das baden-württembergische Umweltministerium am 3. Juli in Stuttgart mitteilte, lagen die Werte bei über 100 Mikrogramm pro Kilogramm getrockneten Klärschlamms. Der Höchstwert betrage 5136 Mikrogramm. In acht Fällen sei der belastete Schlamm in der Landwirtschaft oder im Landschaftsbau verwendet worden. Die Behörden untersagten eine weitere Nutzung des Klärschlamms.

Den Angaben zufolge handelt es sich um die ersten Ergebnisse eines Untersuchungsprogramms in Baden-Württemberg, das Anfang 2007 nach erhöhten PFT-Funden in nordrhein-westfälischen Gewässern gestartet wurde.

Eine unmittelbare Gefahr für Umwelt und Gesundheit bestehe nach derzeitigen Erkenntnissen nicht, da die Stoffe bislang noch nicht in größerem Umfang ausgewaschen worden und ins Grundwasser gelangt seien. Ein Ministeriumssprecher sprach dennoch von "alarmierenden" Ergebnissen. Es sei viel mehr PFT gefunden worden als erwartet.

Am 03-07-2007

Nicht zugelassene Krebsmittel

Die Präsidentin der Bundesapothekerkammer, Magdalene Linz, hat angesichts von Ermittlungen gegen rund 100 Apotheken verschärfte Kontrollen angekündigt. Der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte Linz, künftig werde auch überprüft, welche Wirkstoffe in den Apotheken eingesetzt würden. Linz reagierte damit auf den Verdacht der Staatsanwaltschaft Mannheim, dass deutschlandweit nicht zugelassene Krebsmittel aus dem außereuropäischen Ausland auf den Markt gebracht wurden.

Sie betonte, bisher sei nicht bewiesen, dass Arzneimittel auch gefälscht worden seien. Diese Klarstellung ist nach ihrer Ansicht wichtig, um Patienten nicht zu verunsichern.

In Niedersachsen gebe es 91 Apotheken, die aus konzentrierten Wirkstoffen Infusionen zur Chemotherapie zubereiten dürfen. Davon stünden drei unter Verdacht, sagte Linz, die zugleich Präsidentin der Apothekerkammer Niedersachsen ist. Sie kündigte an, dass Apothekern die Approbation entzogen werde, wenn sich der Vorwurf des Betrugs vor Gericht bestätige.

Am 02-10-2007

"Offenbar erhebliche Mittelveruntreuungen"

Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) hat dem Stuttgarter Verein "Förderkreis Krebskranke Kinder" das Spendensiegel entzogen. Nach DZI-Angaben vom 18. April hat der Verein zuvor mitgeteilt, dass es "offenbar seit dem Jahr 2000 zu erheblichen Mittelveruntreuungen durch den Ende März 2008 verstorbenen Vorstandsvorsitzenden gekommen" sei. Dies sei Ende Januar 2008 von Mitgliedern des Vorstands entdeckt worden, die sich seither um Aufklärung des Sachverhalts und Schadenersatz bemühten.

Das DZI hat den Vorgang der Stuttgarter Staatsanwaltschaft zur Kenntnis gegeben. Das Spendensiegel sei bereits am 16. April entzogen worden. Das Zentralinstitut mit Sitz in Berlin bescheinigt Hilfsorganisationen seriöses Wirtschaften und eine ordnungsgemäße Verwendung der Spenden.

Der ehrenamtlich geführte Verein "Förderkreis Krebskranke Kinder" wurde den Angaben zufolge 1982 von Eltern krebskranker Kinder in Stuttgart gegründet. Damit sollte die Situation betroffener Kinder am dortigen Olgahospital verbessert werden. Die jährlichen Sammlungseinnahmen des Förderkreises betragen den Angaben zufolge durchschnittlich etwa 800.000 Euro. Der Verein habe heute knapp 900 stimmberechtigte Mitglieder.

Am 18-04-2008

Krebs

Die Bundeswehr muss der Witwe eines Soldaten, der Radarstrahlen ausgesetzt war, eine Rente bezahlen. Das befand das Sozialgericht Aachen in einer am Mittwoch (19. November) veröffentlichten Entscheidung. Demnach hat die Frau Anspruch auf eine Rente nach dem Soldatenversorgungsgesetz. Der Mann hatte als "Starfighter"-Mechaniker bei der Bundeswehr gearbeitet und war 1993 an einer Krebserkrankung gestorben.

Seine Witwe hatte laut Gericht erst Jahre später einen Rentenantrag gestellt, da ihr erst dann ein möglicher Zusammenhang zwischen dem Arbeitsplatz ihres Mannes und seiner Erkrankung bekanntgeworden war. Die Bundeswehr hatte den Rentenantrag abgelehnt und argumentiert, das Bodenpersonal sei keinem Risiko ausgesetzt gewesen.

Das Sozialgericht vertrat indes die Auffassung, der Mann sei sehr wohl Radarstrahlen ausgesetzt gewesen, da er für die Vor- und Nachkontrolle startender und landender Starfighter zuständig war.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Az: S 25 (18) VS 192/07

Am 20-11-2008

Radarmechaniker

Die Bundeswehr muss den Erben eines an Krebs gestorbenen Radarmechanikers keinen Schadenersatz zahlen. Das entschied die erste Zivilkammer des Landgerichts Tübingen am Donnerstag (26. Februar) und wies damit die von einem ehemaligen Bundeswehrsoldaten initiierte Klage zurück. Der Soldat hatte sechs Jahre lang als Flugmelderadar-Mechaniker in Meßstetten bei der Bundeswehr gearbeitet und war anschließend an Leukämie und anderen Krebsarten erkrankt.

Nach seinem Tod 2008 hatten seine Erben die Klage gegen die Bundesrepublik Deutschland auf Schadenersatz fortgeführt. Die Erben waren der Meinung, dass die Bundeswehr es vorsätzlich unterlassen hatte, die Soldaten vor den Gefahren der Röntgenstrahlung, wie sie beim Betrieb von solchen Höhensuchradargeräten auftritt, zu schützen.

Die Richter konnten eine solche vorsätzliche Pflichtverletzung jedoch nicht feststellen. Ihre Entscheidung stützte die Kammer auf ein Sachverständigengutachten sowie der Aussage von fünf Zeugen und zahlreiche schriftliche Dokumente.

Maßgebend für die Kammer war dabei, dass die Bundeswehr gewissen Empfehlungen zum Schutz nachgekommen sei. Anhaltspunkte dafür, dass die Bundeswehr damals gewusst haben könnte, dass diese nicht ausreichten, habe man nicht feststellen können, hieß es. Zudem sei nicht eindeutig klar, ob die Erkrankung und der Tod tatsächlich durch die Röntgenstrahlung des Höhensuchgeräts verursacht worden seien.

(Az.: 1 O 181/05)

Am 26-02-2009

Auch Daten über Therapie und Krankheitsverlauf

Bis 2011 sollen in Baden-Württemberg alle Krebserkrankungen zentral erfasst werden. Das hierfür entwickelte Krebsregister startet zum 1. April, wie Landessozialministerin Monika Stolz (CDU) am Montag in Stuttgart mitteilte. In ihm werden nicht nur ab sofort die neu gemeldeten Fälle gespeichert. Das Register umfasst auch Daten zum eingeschlagenen Therapieweg und zum Verlauf der Erkrankung. Es sei in seiner Form in Deutschland bislang einzigartig, betonte Stolz.

Stolz erläuterte, dass das Gesetz eine landesweite Meldepflicht für bestimmte elementare medizinische Daten zu Diagnose, Therapie und Krankheitsverlauf vorsehe. Jedem Patienten stehe es aber frei, diese Meldung des behandelnden Arztes durch einen Widerspruch zu unterbinden. Die Daten werden laut Stolz mehrfach verschlüsselt an das Meldeportal gesendet. Es bestehe "ein Höchstmaß an Datensicherheit". In Baden-Württemberg starben allein im Jahr 2007 mehr als 24 000 Menschen an einem Krebsleiden.

Am 30-03-2009

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