Kongress in Berlin: Die Umwelt in der Globalisierungsfalle

McPlanet.com

Mit 1300 Teilnehmern startet am Freitag der Kongress "McPlanet.com - Die Umwelt in der Globalisierungsfalle" in der Technischen Universität Berlin. Eingeladen haben dazu Attac, BUND und Greenpeace in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung und dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie. Das Ziel: das Spannungsfeld zwischen Globalisierung und Umwelt erkunden. In mehr als 100 Panels, Foren und Workshops diskutieren Referenten aus der ganzen Welt miteinander.

Experten aus der Umwelt- und der globalisierungskritischen Bewegung sowie aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft stellen sich den Teilnehmern. "McPlanet.com" soll Globalisierungskritiker und Umweltaktive näher zusammen bringen. Denn: Die Themen beider Bewegungen hängen enger zusammen, als vielen bewusst ist. Kurz vor der WTO-Ministerkonferenz im September in Cancún/Mexiko will "McPlanet.com" Kontroversen aufgreifen. Der unbedingte Vorrang von Wirtschaftsinteressen vor Umweltstandards, die Privatisierung von Gemeinschaftsgütern und die Schwächung staatlicher Handlungsmöglichkeiten bedrohen unmittelbar unsere Lebensumwelt.

Gefährdet sind unsere Lebensmittel, unser Trinkwasser, die Landwirtschaft, das Klima, die Urwälder und die Artenvielfalt. Wirtschaftsdominierte Globalisierung verschärft zudem auch die globale Ungerechtigkeit. Denn die Möglichkeiten zur Nutzung der Umwelt werden immer ungleicher über den Globus verteilt. Über die Frage, wie auf einem begrenzten Planeten globale Gerechtigkeit erreicht werden kann, diskutieren zur Eröffnung am Freitag Abend u.a. Walden Bello von "Focus on the Global South" in Thailand und die Chilenin Francisca Rodriguez von der Weltbauernbewegung "Vía Campesina".

Am Samstag Vormittag stellt sich Peter Knoedel von BP Deutschland unter dem Titel "Konzerne - Regeln - Globale Märkte: Bermuda-Dreieck der Unverantwortlichkeit?" Umweltschützer und Globalisierungskritiker aus Nigeria, Indien und Brasilien. Ihr Thema: Wie können multinationale Unternehmen reguliert werden? Reichen freiwillige Abkommen aus? Oder braucht es global einheitliche Regeln?

Um "Freier Handel - Fairer Handel" geht es bei der Diskussion zwischen den Handels- und WirtschaftsexpertInnen, darunter Farida Akhter von der Organisation "Politikforschung für Entwicklungsalternativen" (UBINIG) aus Bangladesch und Pranav Kumar vom Zentrum für Internationalen Handel, Ökonomie und Umwelt (CUTS, Indien). Sind Handelsbeschränkungen zum Schutz der Umwelt notwendig? Oder dienen diese Standards nur dazu, die Märkte des Nordens vor Billigimporten aus dem Süden zu schützen, wie viele Entwicklungsländer kritisieren?

Auf dem Panel "Wie im Westen so auf Erden: Autos für alle?" werden am Samstag Nachmittag u.a. Michael Sachs vom "African National Congress" und Helena Norberg-Hodge von der Internationalen Gesellschaft für Ökologie und Kultur auf den Umweltbeauftragten von BMW treffen. Im Late Night Talk diskutieren die indische Globalisierungskritikerin Vandana Shiva und der Umweltschützer Ricardo Navarro aus El Salvador mit Bundesumweltminister Jürgen Trittin über das Verhältnis der etablierten Politik zur sozialen und ökologischen Bewegung.