Fehlende Aids-Prävention wird teuer

HIV

Gelingt es den USA in den nächsten zwei Jahren nicht, die Zahl neuer HIV-Infektionen zu reduzieren, wird dies nicht nur menschliche Konsequenzen nach sich ziehen. Das Versagen könnte den USA bis zum Jahr 2010 mehr als 18 Milliarden Dollar kosten. Dies geht aus einer Studie an der Emory University hervor. Basierend auf der Kostenanalyse prognostiziert die Universität zusätzliche 130.000 HIV-Infektionen bis 2010, wenn bis 2005 die Reduktion von 50 Prozent nicht erreicht werde. Die Ergebnisse erscheinen in der Juni-Ausgabe der Fachzeitschrift "Journal of Acquired Immune Deficiency Syndrome".

Das Centers for Disease Control and Prevention (CDC) hatte es sich im Januar 2001 das Ziel gesetzt, die Zahl der neuen HIV- Infektionen bis zum Jahr 2005 um die Hälfte zu senken. Im Geschäftsjahr hatte das CDC dafür ein HIV-Präventions-Budget von rund 692 Millionen Dollar zur Verfügung. Vorangegangene Studien hatten ermittelt, dass 300 bis 334 Millionen Dollar zusätzlich für jedes weitere Jahr nötig wären, um das Ziel zu erreichen. Die Beträge könnten für die Ausdehnung der HIV-Beratung und - Tests sowie Bildungs- und Präventionsprogramme eingesetzt werden. "Basierend auf der Annahme, dass die Investition in diese Programme die Zahl der HIV-Neu-Infektionen auf 20.000 pro Jahr senkt, würde dies der US-Wirtschaft bis 2010 18,4 Millionen Dollar ersparen", so Leiter David Holtgrave.

In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der Neuinfektionen in den USA mit rund 40.000 pro Jahr aber konstant hoch geblieben. Epidemiologische Studien hätten ferner gezeigt, dass in Bezug auf HIV riskante Verhaltensweisen ebenso stiegen wie Geschlechtskrankheiten. Aufgrund dieser Faktoren erscheine es den Forschern "sehr wahrscheinlich, dass das HIV- Präventions-Ziel bis 2005 in den USA nicht erreicht wird." "Viele Menschen sind durch Botschaften zur HIV-Prävention etwas ausgebrannt. Genauso verhält es sich eben auch bei den staatlichen Investitionen in die Prävention," betont Holtgrave.