HIV Symptome - AIDS Verlauf und Nachrichten

Perspektiven für Infizierte

Mit Hilfen für Beschäftigung reagiert die Deutsche AIDS-Stiftung zunehmend auf neue Lebensperspektiven von Menschen mit HIV und AIDS. In den letzten drei Jahren bewilligte sie nach eigenen Angaber rund 350.000 Euro für Arbeitsprojekte und individuelle Beschäftigungshilfen. Im Jahr 2002 wurden insgesamt rund 1,8 Millionen Euro für Unterstützung im Einzelfall und für Hilfsprojekte im In- und Ausland zur Verfügung gestellt. Das seien 30 Prozent mehr gewesen als im Vorjahr. Seit den Erfolgen der HIV-Therapien ab 1996 trauten sich mehr Betroffene wieder Arbeit zu, so die Stiftung.

Doch zum Wiedereinstieg brauchten sie gezielte Unterstützung. "Ohne spezielle Trainings, Informationsangebote und psychosoziale Beratung sind die meisten nicht für den Arbeitsmarkt gerüstet", sagte Ulrich Heide vom Vorstand der Stiftung. Deshalb unterstütze die Stiftung seit mehreren Jahren gezielt Arbeitsprojekte von Beratungsstellen und fördere Betroffene in Not, die eine Beschäftigung aufnehmen möchten. Für die Klienten bedeute Arbeit neben dem Lohnerwerb auch Stabilität und Perspektive in einem Leben mit der Infektion und Erkrankung.

Unter den stiftungs-geförderten Angeboten ist auch das Kölner Arbeits- und Qualifizierungsprojekt Hivissimo, ein Café, in dem betroffene Frauen und Männer Arbeit finden und gleichzeitig ausgebildet werden.

Die Zahlen der Stiftung zeigten, dass antragstellende Betroffene, die noch vor wenigen Jahren "aidskrank" vermerkten, heute "HIV- infiziert" angeben. "Trotz veränderter Selbstwahrnehmung, Medikamente und neuer Perspektive sind Betroffene auf dem Arbeitsmarkt zumeist benachteiligt", sagte Christoph Uleer, Vorstandsvorsitzender. So seien sie häufig wegen der starken Therapie-Nebenwirkungen nur eingeschränkt leistungsfähig. "Deshalb sind Angebote so wichtig, die auf die Lebenssituation von Menschen mit HIV und AIDS Rücksicht nehmen".

Aus den Zahlen des AIDS-Zentrums im Berliner Robert-Koch-Institut, (Stand: Ende 2002) geht hervor, dass bundesweit etwa 39.000 HIV-infizierte Menschen leben, darunter 5.000 mit AIDS.

Am 02. Jul. 2003 unter: umwelt

Gesundheit und Entwicklung

Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) spricht sich für eine "globale Allianz" im Kampf gegen Aids aus. Die Krankheit sei in den vergangenen Jahren vor allem in Afrika, Süd-Ost-Asien und zuletzt auch in Ost-Europa von einem "schwerwiegendem Gesundheitsproblem" zu einem "umfassenden Entwicklungsproblem" geworden, sagte die Ministerin am Freitag in Frankfurt am Main. Wieczorek-Zeul kündigte Anstrengungen zur Vernetzung der verschiedenen Initiativen und eine stärkere Zusammenarbeit mit der Wirtschaft an.

Am 15. Jun. 2001 unter: gesundheit

Welt-Aids-Tag

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) beklagt die anhaltenden Kürzungen öffentlicher Gelder für die Aids-Prävention. Die dramatisch gestiegenen HIV-Infektionen in Deutschland machten deutlich, dass "mehr Mittel" benötigt würden, sagte Bundeszentralen-Direktorin Elisabeth Pott am Donnerstag, dem Welt-Aids-Tag, im Deutschlandfunk. Die finanziellen Mittel ihrer Institution seien aber im Laufe der Jahre von umgerechnet gut 25 Millionen Euro auf gegenwärtig rund neun Millionen Euro zusammengestrichen worden.

In vielen Aids-Beratungsstellen seien immer mehr Mitarbeiter entlassen worden. Deshalb könne man insbesondere die von der Immunschwächekrankheit betroffenen Risikogruppen nicht mehr vollständig erreichen, kritisierte Pott.

Am 01. Dez. 2005 unter: gesundheit

"Zwangsouting"

HIV-Infizierten und Aids-Kranken droht durch die Arbeitsmarkreform "Hartz IV" ein Zwangsouting. Denn für gesundheitlich begründete Mehrbedarfszuschläge, die bislang das Sozialamt gewährte, sei nun die Bundesagentur für Arbeit zuständig, erläuterte der Kölner Rechtsanwalt Jacob Hösl im Nachrichtenmagazin "Focus". Das bringe arbeitsfähige Infizierte und Kranke "in ein Dilemma".

Hösl betonte: "Die meisten Betroffenen haben in der Vergangenheit aus gutem Grund ihre HIV-Infektion beim Arbeitsamt nicht offen gelegt. Mit der Zuständigkeitsverlagerung müssen sie dies jedoch tun, da sie ansonsten keinen Mehrbedarf verlangen können." Die Zuschläge dienen unter anderem als Ausgleich für kostenaufwändigere Ernährung.

Am 13. Dez. 2004 unter: nachrichten

Bundeszentrale für gesundheitliche Auflärung

Die Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Auflärung, Elisabeth Pott, beklagt das nachlassende Interesse der Medien an der Aids-Aufklärung. 20 Jahre nach Bekanntwerden der weltweit bedrohlichen Immunschwäche hätten andere Krankheiten wie BSE, Sars oder Geflügelpest das Thema Aids in den vergangenen Jahren weitgehend verdrängt, sagte Pott der Nachrichtenagentur ddp in Köln. Angesichts der Tatsache, dass die Zahl der HIV-Neuinfektionen im vergangenen Jahr erstmals seit den 80er Jahren wieder gestiegen sei, halte sie diese Entwicklung "für ein Problem".

Die Direktorin beklagte zudem, dass die verfügbaren finanziellen Mittel ihrer Behörde auf einen unangemessen niedrigen Stand heruntergefahren worden seien. Gegenwärtig betrage der Etat für die Aids-Aufklärung der Bundeszentrale nur noch neun Millionen Euro. Im Jahr 1987, als die Aids-Infektionsraten hierzulande nach oben schnellten, habe die damals nur für den westdeutschen Raum zuständige Behörde noch 40 Millionen Mark zur Verfügung gehabt.

Am 26. Apr. 2004 unter: umwelt

UN-Gipfel

Während die Staats- und Regierungschefs auf dem Gipfeltreffen der Vereinten Nationen um eine konsensfähige Abschlusserklärung ringen, machte das globalisierungskritische Netzwerk Attac "einen kleinen Hoffnungsschimmer" aus. Frankreich, Brasilien, Deutschland und Chile hätten vereinbart, ab 2006 eine Abgabe auf Flugtickets einzuführen und die Erlöse für die Bekämpfung von AIDS zu verwenden. In der Erklärung der vier Länder am Rande des UN-Gipfels, die auch von Spanien und Algerien unterstützt wird, heißt es, dass die Finanzierung der Millenniums-Entwicklungsziele mit traditionellen Mitteln nicht erreicht würden und daher innovative Finanzierungsinstrumente dringend notwendig seien, darunter auch internationale Steuern. Attac ist allerdings der Auffassung, dass die als Tobin-Tax bekannte Spekulationsbesteuerung mehr Geld einbrächte.

Attac erinnerte an die Forderung nach Einführung der sogenannten Tobin-Steuer auf Divisenspekulationen. Diese brächte im Gegensatz zu der Flugabgabe viel mehr Einnahmen, die für die Armutsbekämpfung eingesetzt werden könnten. Die Enquete-Kommission des Bundestages zur Globalisierung hätte ausgerechnet, dass bei einer – von ihr befürworteten - EU-weiten Einführung der Tobin-Steuer 18 Milliarden Euro zusammenkämen.

Am 16. Sep. 2005 unter: nachrichten

"Ungebremste Ausbreitung"

Das Bundessozialministerium hat angeblich in einem Bericht an den Gesundheitsausschuss des Bundestages vor einer Zunahme der Aids-Infizierten in Deutschland gewarnt. Wie die Zeitschrift "Focus" unter Berufung auf eine Vorlage der Parlamentarischen Staatssekretärin Marion Caspers-Merk (SPD) berichtet, sind in Deutschlands Nachbarregion Osteuropa bereits 1,5 Millionen Menschen mit dem HI-Virus infiziert. Am stärksten betroffen von der "ungebremsten Ausbreitung" sei mittelfristig Deutschland, heiße es in dem Bericht. Vor allem in Russland und der Ukraine breite sich Aids im weltweiten Vergleich am schnellsten aus. Auch die heterosexuelle Übertragung könnte "nicht zuletzt wegen der zunehmenden Prostitution" in Zukunft eine größere Rolle spielen, zitiert das Blatt aus dem Papier.

Die Zahl der Aids-Infektionen steigt laut "Focus" seit zwei Jahren wieder kontinuierlich an. Im Jahr 2004 infizierten sich nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) 2000 Menschen in Deutschland erstmals mit dem HI-Virus, 587 mehr als im Jahr 2001. Der Leiter des RKI-Fachbereichs, Osamah Hamouda, sagte: "Im Bewusstsein der Bevölkerung hat das HI-Virus an Bedrohlichkeit verloren." Dies sei ein "gefährlicher Trend".

Am 14. Mär. 2005 unter: politik

Focus - von Homosexuellen

Mehrere Lebensversicherer fordern einen aktuellen HIV-Test, wenn sie annehmen, dass ihr Vertragspartner homosexuell ist. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "Focus" unter Berufung auf Briefe von den Versicherungsunternehmen R+V Versicherung und Cosmos. Die Unternehmen verlangten den Test, weil männliche Klienten als Bezugsberechtigte im Todesfall einen Mann eintragen wollten. Auf diese "Risikoauslese" sei das Unternehmen angewiesen, zitiert das Blatt aus einem Schreiben der R+V Versicherung.

Laut Statistik infizierten sich "leider immer noch mehr homosexuelle Personen" als heterosexuelle. Damit erhöhe sich "das Todesfallrisiko". Solch eine Auswahl könne diskriminieren, kritisierte Sabine Lautenschläger, Juristin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Grundsätzlich sei es üblich, bei höheren Versicherungssummen nach einer Aids-Untersuchung zu fragen. Den HIV-Test mit den sexuellen Neigungen des Vertragspartners zu verknüpfen, halte die Behörde jedoch für "rechtsmissbräuchlich", sagte Lautenschläger.

Am 04. Nov. 2002 unter: welt-online

XXelle-Aktionen zum Internationalen Frauentag

Für viele Frauen mit positivem HIV-Testergebnis ist die Aidshilfe eine wichtige Anlaufstelle. Darauf weist die AIDS-Hilfe NRW heute, am Vortag des Internationalen Frauentags, hin. Der Anteil der Frauen an den über 17.000 Menschen mit HIV in NRW beträgt 20 Prozent. Als die heute 39jährige Alexandra S. vor fünf Jahren von ihrem positiven Testergebnis erfuhr, brach für sie eine Welt zusammen. Die Diagnose traf sie damals völlig unvorbereitet. „Ich war fassungslos und stand kurz vor einem Nervenzusammenbruch“ beschreibt sie ihre damalige Situation. Von der Universitätsklinik bekam sie die Adresse der Aidshilfe in Essen. „Es war sehr wichtig für mich, ein erfahrenes Netzwerk kennenzulernen, die mir vermitteln konnten, dass eine HIV-Infektion heute gut behandelbar ist.“ Durch die Beratung gewinnt sie wieder sicheren Boden unter den Füßen, berichtet sie. Heute lebt Alexandra mit ihren drei Kindern im Ruhrgebiet. Wenn man der alleinerziehenden Mutter begegnet, sprüht sie vor Energie. Sie arbeitet in ehrenamtlichen Aidshilfe-Projekten und leitet mehrere Selbsthilfegruppen. Sie engagiert sich darüber hinaus in der landesweiten XXelle-Vernetzung und bei XXelle-Plus, einer Gruppe von HIV-positiven Aktivistinnen. „Mir ist es wichtig, anderen Frauen Mut zu machen: Dein Leben ist mit einer HIV-Infektion nicht zu Ende. Wir sind wie die anderen auch mitten im Leben.“

Aidshilfen informieren in NRW über HIV und Aids bei Frauen

Viele Aidshilfen und Organisationen, die einen Schwerpunkt im Bereich Frauen und Aids haben, vernetzen sich landesweit im Rahmen von XXelle. Ihr Ziel ist es, Angebote und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für HIV-positive Frauen zu verbessern. Zum Internationalen Frauentag informieren die Frauenberaterinnen der Aidshilfen mit Aktionen und Veranstaltungen über ihre Beratungs- und Selbsthilfeangebote. Bei den Aktionen erhalten interessierte Frauen Informationen über die nächste Aids- Beratungsstelle aber auch Wissenswertes über Ansteckungswege.

Rund um den 8. März finden im Rheinland, Ruhrgebiet und Westfalen insgesamt 10 XXelle-Aktionen statt. Den Veranstaltungskalender finden Sie in der Anlage. Ein Interview mit Alexandra S. finden Sie unter www.xxelle-nrw.de.

Am 07. Mär. 2012 unter: gesundheit