EU-Initiative gegen Walfang

Delphine im Netz

Die Whale and Dolphin Conservation Society (WDCS), begrüßt die von der EU Kommission am gestrigen Donnerstag vorgestellte Initiative, gegen den fortwährenden Beifang von Delfinen und Schweinswalen in Fischernetzen vorzugehen. Die Organisation fügte aber hinzu, dass es weit mehr Anstrengungen bedürfe, um das Problem wirklich zu lösen. Tausende Delfine und Schweinswale verendeten jährlich auf Grund der intensiven Fischereiaktivitäten in europäischen Gewässern. Dadurch werde nicht nur das Überleben von Wal- und Delfinpopulationen gefährdet, sondern den Meeressäugern auch unermessliches Leid zugefügt.

Die Tiere verfingen sich in den Netzen und ertränken oder erstickten nach einem oftmals langen Überlebenskampf auf qualvolle Weise.

Die Initiative der EU Kommission sehe vor allem drei wesentliche Maßnahmen vor, so die Organisation: Reduktion der Länge von Treibnetzen in der Ostsee auf weniger als 2,5 km, sowie deren generelle Einstellung bis zum Jahr 2007. Der verbindliche Einsatz von akustischen Scheuchvorrichtungen im Rahmen von Stellnetzfischereien, unter anderm in der Nordsee. Kontrolle zahlreicher Fischereiaktivitäten durch Beobachter auf den Fangschiffen zur Dokumentation des Beifangausmaßes.

Der Einsatz von Treibnetzen für den Fang von Thunfischen und einigen anderen Arten ist von der EU bereits untersagt und die restliche Nutzung ist auf 2,5 km Maximallänge beschränkt. Dies gelte bislang jedoch nicht für die Ostsee, wo solche Netze weiterhin eine Länge von bis zu 20 km erreichten. "Die intensiven Fischereiaktivitäten gefährden das Überleben der auf weniger als 600 Tiere geschätzten Schweinswalpopulation in der Ostsee" sagt Nicolas Entrup von der WDCS.

Die Fischereiexpertin der WDCS, Ali Ross, steht der Initiative grundsätzlich positiv gegenüber, hat jedoch auch Vorbehalte. "Der Einsatz von Scheuchvorrichtungen könnte zwar das Leben Hunderter Schweinswale retten, jedoch könnte der langfristige und intensive Einsatz auch dazu führen, dass die Tiere aus für ihr Überleben wichtigen Gebieten auf Grund der stetigen Lärmbelästigung vertrieben werden. Die Scheuchvorrichtungen sollen nur vorübergehend genutzt und der Einsatz streng überwacht werden.“ Ziel müsse es sein, alternative Fischfangmethoden zu entwickeln.

Erfreut zeigt sich die Delfinschützerin über den Einsatz von Beobachtern auf Fangschiffen. "Wir müssen unbedingt an mehr Informationen gelangen, welche Fischereiaktivitäten in welchen Gebieten die größten Probleme verursachen.“ Es sei zwar bekannt, dass Schleppnetzfischereiaktivitäten eine hohe Delfinsterblichkeitsrate verursachen, jedoch gebe es noch viele Fangmethoden über deren Auswirkungen wenig bekannt sei.

Die WDCS weist darauf hin, dass es sich bei der Initiative der EU Kommission bislang nur um einen Vorschlag handelt, der noch durch zahlreiche Gremien und letztendlich von den FischereiministerInnen der EU angenommen werden muss. Hier liege eine große Last und Verantwortung auf den Schultern der EU Mitgliedsstaaten.