Umweltbundesamt untersucht bundesweit die Umweltbelastungen bei Kindern

Nachwuchs im Blick

Wie hoch sind unsere Kinder mit Schadstoffen aus der Umwelt belastet? Dieser Frage geht das Umweltbundesamt (UBA) mit der Studie zur Umweltbelastung von Kindern in Deutschland nach. Die derzeit verfügbaren Daten über gesundheitsbezogene Umweltbelastungen bei Kindern sind unzureichend und lassen keine bundesweit vergleichbaren Aussagen zu. Um diese Informationslücke zu schließen, werden in einem Zeitraum von drei Jahren an 150 Orten in ganz Deutschland 1.800 Kinder im Alter von 3 bis 14 Jahren untersucht.

Thematische Schwerpunkte der Studie - kurz auch "Kinder-Umwelt-Survey" genannt - sind die Erfassung der körperlichen Schadstoffbelastung (Human-Biomonitoring), der Belastungen in Wohnräumen und des häuslichen Trinkwassers (Innenraum-Monitoring), umweltbedingter Allergien und Reizungen sowie der Lärmbelastung, der Hörfähigkeit und von Stress.

Wesentlicher Bestandteil der Untersuchung ist ein Hausbesuch, bei dem Trinkwasser- und Hausstaubproben entnommen werden. Ferner werden die Qualität der Innenraumluft untersucht und der Lärmpegel vor dem Fenster des Kinderschlafzimmers gemessen. In einem Interview geben die Eltern und die Kinder ab acht Jahren Auskunft unter anderem zum Musik-Hörverhalten, zum Verzehr bestimmter Nahrungsmittel, zum Tragen von Schmuck und Lederbekleidung, zur Anwendung von Haushalts- und Bioprodukten sowie zur Tabakrauch-Belastung. Zusätzlich unterziehen sich die Kinder einem Hörtest sowie einer Blutentnahme und geben eine Urinprobe ab. Die Eltern erhalten die Ergebnisse des Hörtests und der aufwendigen chemischen Analysen zusammen mit einer umweltmedizinischen Beurteilung.

Nachdem 2002 die einjährige Pilotphase erfolgreich abgeschlossen wurde, startete nun die Hauptphase des Surveys, der an den bundesweiten Kinder-und Jugendgesundheitssurvey des Robert Koch-Instituts (RKI) angekoppelt ist. Ziel des Kinder-Umwelt-Surveys ist es, eine verläßliche Datenbasis zu schaffen, um künftig die Umweltbelastungen bei Kindern weiter zu mindern und damit die Gesundheit der nachwachsenden Generation zu fördern. Die ermittelten Daten zu Umwelt und Gesundheit dieser Bevölkerungsgruppe werden miteinander verknüpft, was bisher nicht der Fall war. Die Studien werden aus Geldern des Bundesumweltministeriums, des Bundesgesundheitsministeriums und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sowie aus Geldern des RKI und des UBA finanziert.