Diplomatische Proteste gegen Walfang in Island

Schon 20 Wale tot

23 Staaten, darunter Deutschland, Australien, Großbritannien und Österreich haben, die isländische Regierung aufgefordert, umgehend die Walfangaktivitäten einzustellen. Die Whale and Dolphin Conservation Society (WDCS), begrüßte den diplomatischen Protest, da er den Druck auf den Inselstaat erhöhe. Mitte August hatte Island trotz eines Beschlusses der Internationalen Walfangkommission (IWC), in dem Island auffordert wird, Walfangaktivitäten unter Vorwand der wissenschaftlichen Forschung nicht zu beginnen, die Jagd auf 38 Zwergwale begonnen. Mehr als 20 Wale seien bereits getötet worden.

Im kommenden Jahr stünden 250 Wale - darunter Finnwale, Seiwale und Zwergwale - auf der Abschussliste, so die WDCS. In der Protestnote heißt es, dass Islands Fangaktivitäten nicht notwendig und nicht zu rechtfertigen sind. Darüber hinaus wird darauf verwiesen, dass Island gegen den Sinn der Konvention zur Regulierung des Walfangs verstoße.

"Islands Entscheidung, ungeachtet der Beschlüsse der IWC und ungeachtet der klaren Stellungnahme der Mehrheit der Walforscher des Wissenschaftsausschusses der IWC, mit der Tötung von Walen zu beginnen, unterwandert die Zielsetzung dieses internationalen Übereinkommens. Wir hoffen, dass die klare Position der 23 Regierungen Wirkung zeigt und Island zu einer Abkehr dieser ignoranten Politik bewegt wird.", so Nicolas Entrup, Sprecher der WDCS.

Folgende Staaten haben die Protestnote unterfertigt: Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, Kenia, Mexiko, Monaco, Neuseeland, Niederlande, Österreich, Peru, Portugal, San Marino, Spanien, Schweden, Schweiz und die Vereinigten Staaten.