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Isländische Fischer töten Buckelwal

Wale im Supermarkt

Isländische Fischer haben erneut einen Buckelwal getötet. Angeblich handelte es sich bei dem diese Woche getöteten neun Meter langen und sechs Tonnen schweren Tier um einen Beifang der Fischerei, berichtet die Tierschutzorganisation Pro Wildlife. Allein in den letzten Monaten seien weitere Fälle von "Beifang-Walen" in Island bekannt geworden. Daher vermutet die Organisation, das es sich auch in diesem Fall genaugenommen um illegalen Fang handelt.

"Da die Fischer die Wale ungehindert mit großem Gewinn verkaufen können, ist die Versuchung groß, Wale trotz Verbot aktiv in die Fischernetze zu treiben und zu töten. Das ist dann allerdings Piratenwalfang", betont Dr. Sandra Altherr, die für die Organisation an der IWC-Tagung in Berlin teilnimmt.

Besonders prekär: Island, das offiziell seit 14 Jahren keinen Walfang mehr treibt, wolle auf der aktuellen IWC-Tagung einen Antrag für die Jagd auf 500 Wale unter dem Deckmantel der "Wissenschaft" stellen, habe aber den kommerziellen Handel im Land nicht unter Kontrolle, so die Kritik.

Die Tierschützer hätten in den letzten Monaten systematisch den Fang von Meeressäugern und den Verkauf von Walfleisch in Island untersucht. In Zusammenarbeit mit der Whale & Dolphin Conservation Society (WDCS) und der Humane Society of the United States (HSUS) entstand die Studie "Islands Walfang-Comeback".

"Unsere Studie hat ergeben, dass in Island regelmäßig große Wale, aber auch Kleinwale und Delfine von Fischern getötet werden und das Fleisch der Tiere letztendlich in Supermärkten und Restaurants endet.“

Diese Tötungen fänden ohne Genehmigung der isländischen Regierung statt und seien somit nach isländischem Recht illegal. Doch die Regierung unternehme nichts, um diesen Piratenwalfang zu unterbinden, kritisiert die Expertin.

Bereits im November vergangenen Jahres habe eine isländische Supermarktkette "Buckelwalfleisch" aus Island angeboten - offensichtlich von einem Tier, das wenige Wochen zuvor von Fischern getötet wurde. Auch Zwergwale, Hafen-schweinswale und Weißschnauzendelfine endeten regelmäßig in den Fischernetzen. Die Gesamtzahl der so getöteten Tiere sei unbekannt. "Während das Fleisch der Wale und Delfine oft auf Fischmärkten verkauft wird, wird der Speck der Tiere als billiger Köder für die Haifischerei benutzt", berichtet Altherr. Sie hofft, dass Island auf der Montag beginnenden IWC-Tagung für diese Vorfälle zur Rechenschaft gezogen wird.

Der angebliche Beifang von Walen sei nicht die einzige Ungereimtheit auf der nordeuropäischen Insel: Island habe im März diesen Jahres bei der IWC einen Antrag eingereicht, nach der im Rahmen eines zweijährigen "Forschungsprogramms" insgesamt 500 Wale (je 200 Finn- und Zwergwale, 100 Seiwale) getötet werden sollten. Als wahre Motivation dieser angeblichen Wissenschaft vermutet die Organisation jedoch Millionengeschäfte, die sich Island aus dem Export des Walfleisches und anderer Walprodukte nach Japan verspreche.