Gutes Geschäft mit bedrohten Tieren

Tag der biologischen Vielfalt

Die Umweltschutzorganisation WWF fordert eine schärfere Bekämpfung des illegalen Handels mit bedrohten Tierarten. "Die enormen Profite" und mangelnde Kontrollen machten den Handel zu einem lohnenden Geschäft, kritisierte WWF-Artenschutzexperte Volker Homes am Freitag in Frankfurt am Main. Die Naturschützer befürchten, dass der Artenschmuggel in Europa nach der EU-Erweiterung und der Lockerung der innereuropäischen Grenzkontrollen deutlich zunehmen wird. Der WWF schätzt das weltweite Volumen des illegalen Handels auf fünf bis acht Milliarden Euro jährlich.

"Der Artenhandel ist eine der größten Bedrohungen für die biologische Vielfalt unseres Planeten", betonte Homes. Europa sei dabei einer der wichtigsten Märkte für gefährdete Tier- und Pflanzenarten. In Deutschland fordert der WWF die Schaffung einer "Wildlife Trade Task Force". In dieser Sonderkommission sollen Bund, Länder, Zoll und Polizei gemeinsam gegen das illegale Geschäft vorgehen und ihre Kompetenzen bündeln.

Erstmals legt der WWF zum von den Vereinten Nationen ausgerufenen "Internationalen Tag der biologischen Vielfalt" am Samstag eine Liste der teuersten Reptilien- und Papageienarten vor. Den größten Profit könnten Händler demnach mit dem Verkauf der vom Aussterben bedrohten Madagassischen Schnabelbrustschildkröte und der Papageienart "Lear Ara" erzielen, für die Spitzenpreise bis zu 30.000 Euro bezahlt werden.

Die Rangliste der zehn höchstgehandelten, bedrohten Reptilien- und Papageienarten stütze sich auf Angaben von "Traffic", dem Artenschutzprogramm von WWF und der Weltnaturschutzunion IUCN. Die jeweiligen Spitzenpreise seien auf legalen und illegalen Märkten ermittelt worden.