Rußfilter für alle Diesel-Neufahrzeuge ab 2009 zugesagt

Verkehr

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) e.V. sieht in der Vereinbarung vom Dienstag zwischen Automobilindustrie und Bundeskanzler Gerhard Schröder über den weiteren Kurs bei der Dieselfiltertechnik einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu rußfreien Diesel-Fahrzeugen. Mit der Zusage, ab 2009 alle neuen Diesel-Pkw mit Rußfilter auszustatten, hätten die deutschen Autobauer erstmals klar zugegeben, dass Dieselfahrzeuge ohne Filter Technik von gestern und daher nicht mehr zu verkaufen seien. Der massive öffentliche Druck von Seiten der Umweltverbände habe jetzt Wirkung gezeigt.

Hermann-Josef Vogt vom VCD-Bundesvorstand: "Endlich gestehen die Vertreter der deutschen Autoindustrie ein, dass sie das Interesse der Käuferinnen und Käufer an sauberen Dieseln über Jahre vernachlässigt und ihr Angebot an den Anforderungen des Marktes und der Umwelt vorbei entwickelt haben. Das ist ein wichtiger Erfolg im Kampf für rußfreie Diesel."

Allerdings sei die Gesundheitsgefahr durch Dieselruß noch lange nicht gebannt, denn die deutsche Autoindustrie spiele weiter auf Zeit. Mit dem gestern genannten Grenzwert für Rußpartikel von 8,5 Milligramm pro Kilometer als Maßstab für eine steuerliche Förderung bis einschließlich 2008 würden die Autobauer weit hinter dem technisch Machbaren und gesundheitlich Notwendigen zurückbleiben. Dieser Wert liegt mehr als drei mal so hoch wie der ursprünglich vom Umweltminister angestrebte Wert von 2,5 mg/km. Für diesen strengeren Wert hatten sich auch die Umweltminister der Länder einstimmig ausgesprochen.

"Der laschere Grenzwert ist bei vielen Fahrzeugen mit einem einfacheren Filter zu erreichen, bei kleineren Fahrzeugen wahrscheinlich sogar ohne jede Filtertechnik. Die Autoindustrie will also die volle Steuerbefreiung für Billiglösungen, die immer noch 1000 mal mehr krankmachende Rußpartikel durchlassen als längst bewährte Filter von Peugeot oder neuerdings Mercedes und Opel. Das hieße, die Konzerne am Ende noch für ihre jahrelange Blockadepolitik in Sachen Rußfilter zu belohnen", warnt Vogt.

Nach Ansicht des VCD darf es die maximale steuerliche Förderung deshalb nur für Fahrzeuge geben, die den für 2010 angestrebten Grenzwert für Rußpartikel von 2,5 mg/km erreichen. Das sei zur Zeit nur mit moderner Filtertechnik zu machen. Autokäuferinnen und Autokäufern empfiehlt der VCD daher nach wie vor dringend, sich beim Kauf eines Diesels ausschließlich für Fahrzeuge mit dieser Technik zu entscheiden. Aus Gründen des Umwelt- und Gesundheitsschutzes sei dies ebenso unerlässlich wie für eine möglichst hohe Wertstabilität der Fahrzeuge.