Gemeinsame Kampagne gegen steigende Zahl an HIV-Neuinfektionen

Welt-Aids-Tag

Angesichts der wieder zunehmenden Zahl von HIV-Neuinfektionen gehen die drei großen deutschen Aids-Organisationen erstmals mit einer gemeinsamen Kampagne an die Öffentlichkeit. Unter dem Motto "Wir wissen, was wir wollen: Leben! Lieben! Schutz vor HIV!" warnten die Verbände am Mittwoch in Berlin vor dem leichtsinnigen Umgang mit der tödlichen Krankheit. In diesem Jahr liege die Zahl der geschätzten Erstdiagnosen bei etwa 2000 Fällen, darunter 400 Frauen.

Als Botschafter der Aktion gewannen die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, die Deutsche Aids-Hilfe und die Deutsche Aids-Stiftung Schauspielerin Hannelore Elsner, TV-Moderatorin Bärbel Schäfer und Ex-No-Angels-Sängerin Sandy.

Anlässlich des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember warnte die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium, Marion Caspers-Merk (SPD), vor einem Nachlassen der Präventionsanstrengungen. Zwar sei die Infektionsrate in der Bundesrepublik im europäischen Maßstab bislang auf einem relativ niedrigen Niveau, doch mehrten sich die Anzeichen einer zurückgehenden HIV-Vorbeugung. Wissenslücken seien bei der Jugend festzustellen, und das Schutzverhalten beim Geschlechtsverkehr gehe zurück, sagte die Politikerin.

Caspers-Merk verwies darauf, dass von den rund 44.000 Menschen in Deutschland, die mit dem HI-Virus infiziert oder an Aids erkrankt sind, rund 9500 Frauen seien. Sie litten besonders unter den sozialen Folgen der Krankheit. Nach einer Studie erhalten ein Drittel der Betroffenen Erwerbsunfähigkeitsrente, ein weiteres Drittel Sozialhilfe. Etwa die Hälfte der Frauen habe keinen Partner und lebe meist mit Kindern allein.