Ärzte raten zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Alkohol

Feuchtfröhlicher Karneval

Die Karnevalszeit verleitet viele Jugendliche, Alkohol zu trinken. Eltern sollten aber darauf nicht mit sturen Verboten und Strafen reagieren, so Dr. med. Wolfram Hartmann, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte: „Gerade bei Jugendlichen wirken Verbote eher verlockend, statt abschreckend. Wichtig ist statt dessen die Erziehung zur Selbstverantwortung und die Entwicklung eines Gefahrenbewusstseins in Bezug auf Alkohol." Auch das Vorbild der Eltern spiele eine große Rolle.

Bereits im Grundschulalter prägten das Verhalten und die Einstellung der Eltern zum Alkohol die Vorstellung der Kinder. Verbinden sie mit dem Alkohol positive Erwartungen, so sind sie auch viel schneller bereit, zwischen 12 und 17 Jahren zu Alkohol zu greifen, um z. b. für positive Stimmung zu sorgen, besser mit anderen in Kontakt zu kommen, sich besser zu entspannen, Ärger oder Schwierigkeiten zu verdrängen oder mehr Selbstvertrauen zu gewinnen.

Eltern sollten also mit gutem Beispiel vorangehen und u.a. bei Kinderkarnevalszügen auf Alkohol verzichten. In der Gegenwart von Kindern sollten sie auch keine Lobeshymnen auf den Alkohol singen oder Kindern sogar davon anbieten. Für ältere Jugendliche ist ein verantwortungsvoller und mäßiger Umgang mit Alkohol wichtig, wobei nie die Gefahren (z. B. im Verkehr, beim Sex) vergessen werden dürfen. Durch regelmäßige Rauschzustände riskieren Jugendliche eine chronische Vergiftung, die beispielsweise Leberschäden oder hirnorganische Schäden zur Folge haben kann.

Kinder und Jugendliche reagieren aufgrund ihres geringen Körpergewichts sehr empfindlich auf Alkohol. Der Alkoholgehalt steigt im Blut stärker und schneller an als bei Erwachsenen. Auch der Alkoholabbau erfolgt langsamer, da der Körper, der sich noch in der Entwicklung befindet, das dafür verantwortliche Enzym noch nicht wie bei Erwachsenen produzieren kann. Vor allem Alkohol in Kombination mit Kohlensäure und Zucker (z. B. Alcopops) gelangt besonders schnell ins Blut. Gründe genug, auf das gerade zu Karneval beliebte Komasaufen zu verzichten.