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US-Klimaforscher unter politischem Druck

Unliebsame Ergebnisse

Drei amerikanische Klimaforscher sind durch einen republikanischen Kongressabgeordneten aufgefordert worden, ihre gesamte Karriere und die Erkenntnisse ihrer Forschung offen zu legen. Führende Wissenschaftsverbände der Vereinigten Staaten haben gegen dieses Vorgehen protestiert, weil sie darin den Versuch sehen, unerwünschte wissenschaftliche Daten zu unterdrücken. Weil der republikanische Kongress-Abgeordnete Joe Barton die Studien von Klimaforschern anzweifelte, hatte er das Privatleben inklusive der finanziellen Hintergründe der drei Klimaexperten Michael Mann, Raymond Bradley und Malcolm Hughes durchleuchtet.

In seiner Rolle als Vorsitzender des Committee on Energy and Consumption forderte Baron die Forscher auf, ihre gesamte Karriere und die Erkenntnisse ihrer Forschung offen zu legen. Dabei warf der Politiker den Wissenschaftlern "methodische Fehler" und "falsche Datenerhebung" vor. Anschließend schrieb der Politiker an den Direktor des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), der die Daten im Klimabericht verarbeitete. Auch der Direktor des US National Science, dessen Organisation die Klimastudien finanziell unterstützt, erhielt ein Schreiben. Erschreckend an den Schreiben, so berichtet BBC-Online, sei der aggressive und fordernde Ton des Politikers.

Die drei Experten erhielten inzwischen Schützenhilfe von prominenter Seite: So stellte sich die American Association for the Advancement of Science, der eben erst ernannte Präsident der US National Academy of Sciences und die europäische Geophysikalische Union hinter die Forscher. Thomas Crowley, Klimaexperte an der Duke University, dessen Untersuchungen zu ähnlichen Ergebnissen führten, warnte vor Äußerungen von Politikern wie Barton. "In Zukunft könnten auch Paläontologen und Molekularbiologen über Daten und Ergebnisse der Evolution befragt werden".

Bereits Anfang 2003 hatten mehr als 60 prominente US-Forscher ihrer Regierung vorgeworfen, Resultate aus politischen Gründen zu manipulieren. Darunter fanden sich auch Studien über die Klimaveränderung.

 
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