Katholische Jugend fordert bessere Bezahlung von Frauen

"Sogar Schulgeld bezahlen"

"Typische Frauenberufe müssen besser bezahlt werden." Dies wurde auf der Bundesfrauenkonferenz des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) am 10. Mai in Altenberg gefordert. Die Vertreterinnenversammlung der katholischen Jugendverbände in Deutschland appellierte in ihrem Beschluss auch an Verantwortliche in Wirtschaft und Politik, für eine Arbeitswelt frei von Diskriminierung einzutreten. Noch immer seien typische Frauenberufe schlechter bezahlt als Männerberufe.

"Nicht die Mädchen ergreifen den falschen Beruf, die Gesellschaft bewertet die Berufe falsch", meint die BDKJ-Bundesvorsitzende Andrea Hoffmeier, bezugnehmend auf die Ausbildungssituation junger Frauen. Denn dort beginne bereits das Dilemma: "Mädchen lernen an Schulen, für die sie oft sogar Schulgeld bezahlen müssen, während Jungen im Betrieb lernen und eine Ausbildungsvergütung erhalten. Im Beruf geht es genau so weiter: Wo viele Männer arbeiten, wird Zukunftsperspektive gesehen, wo viele Frauen arbeiten nicht." Deswegen müsse die Ausbildungssituation und die berufliche Integration junger Frauen in Deutschland deutlich verbessert werden.

"Wieso erkennt eine Gesellschaft, die immer den demographischen Wandel beklagt, nicht die hohe Bedeutung der Altenpflege für die Zukunft? Wieso wird dieses Arbeitsfeld nicht besser ausgestattet und viel besser bezahlt?", fragt Hoffmeier. Obwohl die Benachteiligung von Frauen gerne für "längst überwunden" erklärt werde, sei das "ganz offensichtlich Diskriminierung".

Neben einer besseren Entlohnung für so genannte frauenspezifischen Berufe müssten nach Auffassung von Hoffmeier außerdem auch die Verantwortlichen an Schulen, Mädchen und Jungen gleichermaßen in allen Fächern und Kompetenzen stärken und geeignete, geschlechtergerechte Lehrformen realisieren.