AWO befürchtet Fachkräftemangel beim Ausbau der Krippenplätze

Ausbildungsprogramme

Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) warnt vor einem Fachkräftemangel an Erziehern und Tagesmüttern im Jahr 2013. "Wenn 2013 der Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung ab dem ersten Lebensjahr kommt, dann gibt es Schwierigkeiten, das umzusetzen", sagte AWO-Geschäftsführer Rainer Brückers am Freitag (21. November) in Berlin. Schon jetzt gebe es Bedarf an Fachkräften, sagte Brückers. Die AWO will deshalb ihre Ausbildungsprogramme für Erzieher und vor allem für Tagesmütter ausweiten.

7000 bis 8000 zusätzliche Frauen und Männer sollen von dem Wohlfahrtsverband zu Tagespflegepersonal ausgebildet, weitere Fachschulen für Erzieher eröffnet werden. "Die Zeit rennt uns davon", sagte Brückers angesichts der zweieinhalbjährigen Ausbildungsdauer zum Erzieher.

Brückers forderte, der Staat müsse sich auch an der Umsetzung des Ausbaus der Kinderbetreuung beteiligen. Es reiche nicht aus, dass die Politik Vorgaben mache und Gelder bereitstelle. Der Bund müsse auch staatliche und freie Träger "an einem Tisch versammeln", sagte Brückers.

Auf ihrer Bundeskonferenz am Wochenende in Berlin will sich die AWO eine neue Struktur geben. Der Bundesvorsitzende Wilhelm Schmidt soll künftig Präsident, der Bundesgeschäftsführer Brückers zum Vorstandsvorsitzenden gewählt werden.

Als Gastredner treten bei der Bundeskonferenz unter anderem Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD), Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD), SPD-Chef Franz Müntefering und Bundespräsidentschaftskandidatin Gesine Schwan (SPD) auf.