Ex-Ministerpräsident Münch verlässt CDU wegen Merkel-Kritik am Papst

Politischer Kurs

Sachsen-Anhalts früherer Ministerpräsident Werner Münch ist nach eigenen Angaben wegen der Kritik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an Papst Benedikt XVI. aus der CDU ausgetreten. "Die Partei ist nicht mehr die, in die ich vor 37 Jahren eingetreten bin", sagte Münch der "Magdeburger Volksstimme".

Als Hauptgrund für den Parteiaustritt nannte er den politischen Kurs der CDU-Bundesvorsitzenden Merkel: "Das Fass zum Überlaufen gebracht hat die Art und Weise, wie die Parteivorsitzende das Oberhaupt unserer katholischen Kirche, den deutschen Papst Benedikt XVI., öffentlich diskreditiert und gedemütigt hat, obwohl es dafür keine Veranlassung gab", sagte Münch.

Merkel hatte Papst Benedikt XVI. öffentlich zu einer Klarstellung aufgefordert, nachdem der Vatikan die Exkommunikation des Holocaust-Leugners und britischen Traditionalistenbischofs Richard Williamson aufgehoben hatte.

Münch war von 1991 bis 1993 Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt. Er war wegen der sogenannten Gehälteraffäre am 28. November 1993 zurückgetreten.