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Ostseefähre "Sassnitz" mitsamt unverletzten Passagieren zurück

Nach dem Brand

Bei einem Brand auf der Ostseefähre "Sassnitz" sind die 169 Passagiere und 58 Besatzungsmitglieder mit dem Schrecken davon gekommen. Mehr als 17 Stunden nach dem Ablegen in Sassnitz-Mukran Richtung Schweden kehrte der Havarist am Montagmittag in seinen Heimathafen zurück. Alle an Bord befindlichen Personen sind wohlauf, wie der Vorstandschef der Reederei Scandlines, Ole Rendbaek, in Mukran mitteilte. Nach Angaben von Passagieren gab es zu keiner Zeit Panik auf dem Schiff. Das Bordpersonal habe professionell und ruhig gehandelt. Die meisten Fahrgäste setzten noch am Montag ihre unterbrochene Reise nach Schweden mit dem Schwesterfährschiff "Trelleborg" fort.

Nach Reedereiangaben war das Feuer etwa zwei Stunden nach der Abfahrt rund 14 Seemeilen vor Rügen in einem der beiden Maschinenräume ausgebrochen. Brandursache war offenbar ein Defekt an einer Druckleitung im Maschinenraum. Nach ersten Untersuchungen von Brandsachverständigen sei eine brennbare Flüssigkeit aus der Ölleitung ausgetreten und habe sich an heißen Betriebsteilen entzündet, teilte das Seeamt Rostock mit.

Nach Ausbruch des Feuers seien alle Schotten geschlossen worden. Die Passagiere wurden alarmiert. Das um 19.53 Uhr von der "Sassnitz" gesendete Notrufsignal war im schwedischen Seenotzentrum Göteborg empfangen worden, das die Rettungsaktion zusammen mit der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) koordinierte. Insgesamt haben die Besatzungsmitglieder von mehr als 20 deutschen und schwedischen Schiffen sowie von mehreren Hubschraubern der "Sassnitz" geholfen. Nachdem das Feuer durch Schutzgas erstickt wurde, ist nach Angaben von Rendbaek die Seenotaktion gegen 23.40 Uhr abgebrochen worden. Kapitän Klaus Schröder habe sich zur Rückkehr nach Sassnitz entschieden. Nach achtstündiger Schleppfahrt war der 171 Meter lange, manövrierunfähige Havarist am Montagmittag im Schlepp von zwei Hochseeschleppern in den Hafen Mukran bugsiert worden.

Inzwischen begannen Brand- und Seefahrtsexperten mit der Untersuchung zur Brandursache. Die Organisation der Rettungsaktion an Bord und auf See habe ausgezeichnet funktioniert, sagte Scandlines-Chef Rendbaek. Ein mögliches Verschulden der Besatzung und der Reederei schloss er aus. Das 1989 in Betrieb genommene Fährschiff war zuletzt im Februar und März dieses Jahres von der Seeberufsgenossenschaft überprüft worden.

Wegen des Zwischenfalls mussten anreisende Passagiere in Sassnitz und Mukran mehrstündige Wartezeiten hinnehmen. Die Reederei habe inzwischen das bislang nach Bornholm fahrende Schiff "Rügen" für die Königslinie nach Trelleborg in Dienst gestellt, sagte eine Unternehmenssprecherin. Der Liniendienst nach Schweden werde spätestens ab Dienstag wieder fahrplangemäß fortgesetzt. Wegen der begrenzten Bordkapazitäten auf der "Rügen" könne es jedoch zu Engpässen im Lkw- und Rostock kehr kommen, der daher teilweise über Rostock umgeleitet wird.

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