Insolvenzen
Fast 50 000 Pleiten 2001 in Deutschland
Die Gesamtzahl der Insolvenzen sei im Vergleich zum Jahr 2000 um 17 Prozent, bei Unternehmen um 14 Prozent gestiegen, erklärte das Bundesamt. Damit habe sich der seit Anfang der neunziger Jahre zu beobachtende Trend fortgesetzt. Nur im Jahr 1999 hatte die Zahl der Unternehmensinsolvenzen um 5 Prozent abgenommen, war jedoch bereits im Jahr 2000 wieder um 7 Prozent gestiegen.
Die merklich höhere Gesamtzahl der Insolvenzen in den letzten beiden Jahren hängt nach Einschätzung von Destatis aber auch mit der Änderung des Insolvenzrechts zusammen. Es sieht seit 1999 für Verbraucher und das Kleingewerbe die Möglichkeit der Entschuldung in Form eines vereinfachten Verfahrens vor.
Die Gerichte ermittelten den Angaben zufolge für alle Insolvenzanträge im Jahr 2001 offene Forderungen von über 31 Milliarden Euro (2000: 24 Milliarden Euro). Bei den betroffenen Unternehmen waren über 200 000 Arbeitnehmer beschäftigt. Tatsächlich dürfte die Zahl aber höher liegen, da bei mehr als einem Fünftel aller Anträge keine Angaben zu den Beschäftigten gemacht wurden.
Mit der Einführung des neuen Insolvenzrechts sollte nach dem Willen des Gesetzgebers der Anteil der mangels Masse abgewiesenen Insolvenzverfahren verringert werden, weil nur ein eröffnetes Verfahren die gleichzeitige und gleichmäßige Befriedigung der Gläubiger sicherstellt. Die aktuelle Entwicklung geht Destatis zufolge in diese Richtung. Waren 1998 noch 72 Prozent aller Insolvenzanträge gegen Unternehmen abgelehnt worden, weil die Kosten der Verfahren nicht aufgebracht werden konnten, waren es 1999 noch 64 Prozent, im Jahr 2000 58 Prozent und im Jahr 2001 54 Prozent.
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