Kirch-Insolvenz

Klagen gegen Kirch und Deutsche Bank eingereicht

Der Insolvenzfall KirchMedia beschäftigt nun auch die Justiz: Medienberichten zufolge wurden in der vergangenen Woche mehrere Klagen eingereicht. So stellte Medienunternehmer Leo Kirch nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" Strafanzeige gegen den Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Rolf-E. Breuer. Kirch werfe Breuer vor, in einem Fernsehinterview Geschäftsgeheimnisse verraten und falsche Angaben zur Finanzlage der Kirch-Gruppe gemacht zu haben. Unterdessen soll der Axel Springer Verlag eine Zahlungsklage über 30 Millionen Euro gegen Kirch-Media eingereicht haben.

Wie das Magazin "Focus" berichtete, ging die Springer-Klage bereits am Donnerstag beim Münchener Landgericht ein. Mit der Teilklage fordere Springer allerdings nicht einmal vier Prozent der ausstehenden 767 Millionen Euro ein, die das Berliner Verlagshaus von Kirch für den vertraglich zugesicherten Rückkauf der ProSiebenSat.1-Anteile verlangt. KirchMedia hält die Ankaufverpflichtung wegen nicht abschließend festgelegter

Vertragsklauseln für ungültig. Wie das Magazin weiter berichtet, sind Teilklagen üblich, um Verfahrenskosten niedrig zu halten.

Mit der Rolle der Deutschen Bank im Vorfeld der Kirch-Media Insolvenz muss sich das Frankfurter Landgericht auseinandersetzen. Die Klage der Kirch-Anwälte sei am Freitag eingegangen, berichtet der "Spiegel".

Breuer hatte sich am 4. Februar in einem Fernsehinterview über die Finanzlage Kirchs und das Engagement der Deutschen Bank geäußert. Für Aufregung sorgte der scheidende Vorstandssprecher mit der Aussage, dass der Finanzsektor nach allem, was "man darüber lesen und hören kann", nicht mehr bereit sei, der Kirch-Gruppe "auf unveränderter Basis" noch weitere Mittel zur Verfügung zu stellen. Am 8. April stellte die Kirch-Media den Insolvenzantrag.

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