Atommüllendlager

Der Schacht Konrad

Der Bund hat der Salzgitter AG 1987 für 84 Millionen Mark das ehemalige Erzbergwerk "Konrad" in Salzgitter abgekauft. Das Bergwerk hat eine Unter-Tage-Ausdehnung von etwa fünf Quadratkilometern. Zur Endlagerung von Atommüll sollen elf Einlagerungsfelder zwischen 800 und 1300 Metern Tiefe entstehen. In den rund 1,1 Millionen Kubikmeter großen Einlagerungshohlräumen könnten bis zu 650 000 Kubikmeter schwach- und mittelradioaktive Abfälle endgelagert werden.

Die bevorstehende Genehmigung durch das niedersächsische Umweltministerium sieht allerdings nur die Einlagerung von 303.000 Kubikmetern Atommüll vor. Das Ministerium begründet dies mit den im Atomkonsens ausgehandelten Restlaufzeiten für Atomkraftwerke. Weil das letzte Atomkraftwerk im Jahr 2030 vom Netz gehen soll, ist das Aufkommen von Atommüll geringer als ursprünglich erwartet.

Bei der geplanten Einlagerungsmenge von maximal 20 000 Kubikmetern pro Jahr würde die Betriebszeit des Endlagers bis zu seiner vollen Auslastung 15 Jahre betragen. Im Bergwerk Konrad können radioaktive Abfälle mit zu vernachlässigender Wärmeentwicklung eingelagert werden.

Die beiden Schächte Konrad 1 und Konrad 2 sind die Zugänge in das Bergwerk. Über den Schacht Konrad 1 erfolgt sowohl der Transport von Material und Personen als auch die Frischluftzufuhr für das Bergwerk. Die Abluft wird über Konrad 2 wieder zu Tage geführt. Wenn das ehemalige Bergwerk zu einem Atommüllendlager umgerüstet wird, müssen die Anlagen im Schacht Konrad 1 aus Denkmalschutzgründen weitgehend erhalten bleiben. Der zweite Schacht wird mit einer Förderanlage für die radioaktiven Abfälle ausgerüstet. Der Umbau wird nach Schätzungen des Betreibers Deutsche Gesellschaft zum Bau und Betrieb von Endlagern für Abfallstoffe mbH (DBE) mehrere Jahre dauern.

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