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Künast verlangt EU-weite Futtermittel-Regel

Nach Hormon-Skandal

Verbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne) macht angesichts des jüngsten Lebensmittelskandals Druck auf die Europäische Union. Als Konsequenz aus der Hormonverunreinigung von Futtermitteln und Erfrischungsgetränken forderte Künast am Donnerstag eine EU-weite Futtermittelregelung. "Wir brauchen endlich eine europäische Regelung, auf der klar steht: Es darf im Futtermittel nur drin sein, was auch ausdrücklich erlaubt ist", betonte die Ministerin. Bislang dürfe Futtermittel mit allem angereichert werden, was nicht ausdrücklich verboten ist.

Derweil sind in Niedersachsen weitere 500 möglicherweise MPA-belastete Mastschweine gefunden worden. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der Tiere, die mit dem Hormon Medroxy-Progesteron-Azetat (MPA) gefüttert worden sind, auf rund 1.500. Ein niederländischer Viehhändler habe die 500 Schweine Anfang Juni an einen Mäster im Kreis Verden geliefert, teilte das Agrarministerium mit. Nachdem der Fund am Mittwochabend durch eine Schnellwarnung der EU bekannt geworden sei, habe man den Betrieb gesperrt, hieß es.

Auch in Nordrhein-Westfalen wird weiter mit Hochdruck nach hormonverseuchtem Schweinefleisch gesucht. Bislang könne aber nicht gesagt werden, ob an den Schweinemastbetrieb im Kreis Borken, der am Mittwoch geschlossen worden war, tatsächlich belastetes Futter aus den Niederlanden geliefert wurde, sagte ein Sprecher des NRW-Umweltministeriums.

Der Schweinemastbetrieb in NRW hatte vermutlich schon im April das verunreinigte Futtermittel bezogen. 484 damit gefütterte Tiere sind laut Umweltministerium Ende Juni geschlachtet und vermutlich inzwischen verzehrt worden. Nach bisherigen Erkenntnissen des Ministeriums sollen seit Mai mehr als 5.600 hormonverseuchte Tiere aus den Niederlanden zur Schlachtung nach NRW geliefert worden sein.

Künast sagte, als notwendig erachte sie auch stärkere Kontrollen. "Das sind wirklich Verbrechen", bewertete sie die Handlungsweise der belgischen Firma Bioland Liqiud Sugars, die mit verbotenen Hormonen verunreinigten Zuckersirup unter anderem nach Deutschland geliefert haben soll. Der Sirup soll Erfrischungsgetränken und Futtermitteln zugesetzt worden sein.

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