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Philippinische Behörden ziehen keine Konsequenzen nach Journalistenmord

Pressefreiheit

Die Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen (RoG) fordert nach dem gewaltsamen Tod des Radiomoderators Apolinario "Polly" Podeba am 17. Mai die philippinischen Behörden dazu auf, Konsequenzen zu ziehen. In einem Brief an den Präsident Gloria Macapagal Arroyo fordert die internationale Organisation zur Verteidigung der Pressefreiheit auf, alles zu unternehmen, damit die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen und bestraft würden. Zugleich fordert die Organisation von den Behörden, spezielle Maßnahmen zum Schutz von Journalisten zu ergreifen. "Die Regierung ist mitverantwortlich für die Gewalt gegenüber Journalisten," erklärt Robert Ménard, Generalsekretär von Reporter ohne Grenzen, in Paris.

Podeba, hatte die lokalen Behörden beschuldigt, an der Verbreitung von Drogen und Glücksspiel in der Stadt Lucena beteiligt zu sein. Am Morgen des 17. Mai wurde er auf dem Weg zu den Studios seiner Radio-Station dwTI-AM in der Umgebung von Lucena von zwei Männern aus nächster Nähe erschossen.

Der Journalist war bekannt für seine Kritik an nationalen wie lokalen Behörden. Der ehemalige Anhänger einer kommunistischen Guerilla, hatte in den beiden letzten Jahren zusammen mit zwei Kollegen die Sendung "Nosi ba Lasi" (Wo sind sie?) moderiert, in der sie den Bürgermeister von Lucena, Ramon Talaga, für die Verbreitung von Drogen und Glücksspiel verantwortlich machten. Der Bürgermeister hatte daraufhin im Jahr 2002 die Schließung der Radio-Station angeordnet, die jedoch ihren Betrieb außerhalb der Stadtgrenzen wieder aufnahm.

"Polly" Podeba ist bereits der zweite Journalist, der in diesem Jahr auf den Philippinen getötet wurde. Im April starb John Villanueva in Legapzi nachdem zwei Männer Schüsse auf den Radio-Reporter abfeuerten. Weitere Morde an Journalisten in den vergangenen Jahren, wie der Fall Edgar Damalerio oder der Fall Beng Hernandez, seien nach wie vor nicht aufgeklärt, kritisiert die Menschenrechtsorganisation. Insgesamt 40 Journalistinnen und Journalisten seien seit der Rückkehr der Philippinien zur Demokratie 1986 getötet worden.

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