Aber noch keine Entwarnung
Trotz Wilderei mehr Nashörner in Afrika
Die Artenschützer des WWF wiesen allerdings darauf hin, dass es heutzutage nur noch einen Bruchteil des einstigen Nashorn-Bestands in Afrika gibt, und warnten vor verfrühtem Optimismus. "Wir werden weiter für den Schutz der Nashörner kämpfen müssen", sagte Stefan Ziegler, Artenschutzexperte des WWF. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es schätzungsweise 400.000 Spitzmaulnashörner. Inzwischen sind die Tiere in mehreren Ländern bereits ausgerottet.
Den Grund für den rasanten Rückgang sieht der WWF vor allem in der Jagd. Wilderer töten die Tiere wegen ihres Horns, das zum Beispiel als Fieber senkendes Mittel in der chinesischen Medizin verwendet wird. Der internationale Handel mit Rhinozeros-Hörnern ist seit 1977 verboten. Alle Staaten, in denen heute noch Nashörner in freier Wildbahn leben, haben die Jagd untersagt. Doch die Nachfrage nach Nashorn-Präparaten sei nach wie vor ungebrochen und steige mit dem wachsenden Wohlstand in vielen asiatischen Ländern sogar an, so der WWF. Auf dem Schwarzmarkt würden mehr als 15.000 US-Dollar für ein Kilo der begehrten Hornsubstanz geboten.
Um der Jagd auf die bedrohten Tiere Einhalt zu gebieten, schicken Naturschutzorganisationen die Nashörner ins Exil: So seien bereits viele der "letzten afrikanischen Zweihörner" aus besonders gefährdeten Gebieten umgesiedelt und so vor dem Tod durch das Gewehr gerettet worden. Neben diesen "Feuerwehrmaßnahmen" sollen Anti-Wilderer-Patrouillen und Aufklärungskampagnen die Nashörner schützen. Frühere Versuche, die Nashörner durch das Absägen des Horns zu entwerten, führten nicht zum gewünschten Erfolg: Wilderer töten angesichts der horrenden Preise, die für das Horn gezahlt werden, auch Tiere mit Hornstümpfen. Sogar vor Jungtieren mit ihren winzigen Hornansätzen machen sie nicht Halt. Außerdem sind die Tiere ohne ihr Horn in der Selbstverteidigung zum Beispiel gegenüber Löwen eingeschränkt.
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Am 25. Jun. 2004 unter:
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