Geldgeber auch aus Deutschland sollen stoppen
Ingenieure warnen vor katastrophaler Nachlässigkeit bei Pipeline-Bau in Türkei
Fehlendes Material und Zeitdruck führten zu Erdarbeiten ohne Kenntnis des Untergrunds, was einige Dörfer längs der Pipeline von der Wasserversorgung abgeschnitten habe. Große Probleme bereitete das Verschweißen der Rohre, in einzelnen Bauabschnitten sei die Mehrheit der Schweißnähte fehlerhaft gewesen. Zum Teil sei es nötig gewesen, bereits zugeschüttete Rohrabschnitte wieder freizulegen und neu zu verarbeiten.
"Diese Bedingungen stellen nicht nur eine direkte Bedrohung für die Arbeiter an der Pipeline dar", urteilt Regine Richter von urgewald, "sie sind vor allem gefährlich für die Anrainer der Pipeline." Schließlich solle diese bis zu einer Million Barrel Öl am Tag transportieren und eine Lebensdauer von etwa 40 Jahren haben. "Deshalb müssen alle Verantwortlichen schnellstmöglich handeln", forderte Richter. In der Verantwortung sieht urgewald dabei nicht nur das BTC-Konsortium selbst, sondern auch die Geldgeber wie Weltbank, Osteuropabank und internationale Privatbanken, darunter WestLB und HypoVereinsbank. Zudem werde gerade der türkische Bauabschnitt durch eine staatliche Hermes-Bürgschaft unterstützt, da die Salzgitter AG hier die Rohre liefere.
"Um die Probleme lösen zu können, müssen die Bauarbeiten gestoppt und erst wieder aufgenommen werden, wenn die korrekte Einhaltung grundlegender technischer Umwelt- und Arbeitsstandards sichergestellt ist", fordert Richter. Dazu sollen alle Finanziers ihren Einfluss geltend machen, denn sie hätten bisher die Warnungen von Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen ignoriert. Diese hatten unter anderem auf BOTAS schlechten Ruf als Baufirma hingewiesen und kritisiert, dass BP einen Pauschalvertrag mit dieser Firma abgeschlossen habe. Nach diesem Vertrag verpflichte sich BOTAS, den türkischen Teil der Pipeline schlüsselfertig zu einem festen Zeitpunkt zu übergeben. Halte die Baufirma den Termin nicht ein, müsse sie eine Ausfallsumme von 500.000 US-Dollar täglich bezahlen. "Diesen Druck geben sie an Angestellte und Unterauftragnehmer weiter", so Richter - auf Kosten von Anwohnern und Umwelt. "Nachdem die Bundesregierung das Projekt für so unterstützenswuerdig hielt, muss sie nun wenigstens versuchen, Schlimmeres zu verhindern!"
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Am 29. Jun. 2004 unter:
arbeitStichworte:
« In zehn Jahren mehr als 400 Prozent Zunahme von Telefonüberwachungen
Arbeitsamt putzen für vier Euro die Stunde »
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