Gegen politische Landschaftspflege
Rot-grüne Vorschläge zu Politiker-Nebentätigkeiten
Abgeordnete müssten primär ihrem Mandat verpflichtet sein, argumentierte der parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck. Er betonte: "Nebeneinkünfte dürfen das Mandat nicht dominieren. Ansonsten ist die Unabhängigkeit des Abgeordneten in Gefahr." Der Grünen-Politiker schlug vor, mit der Anrechenbarkeit zu beginnen, wenn ein Abgeordneter mehr als die Hälfte seines Einkommens durch Hinzuverdienste erwirtschafte. An die Industrie appellierte der Grünen-Politiker, nur dann Bezüge an Politiker zu zahlen, wenn diese auch eine konkrete Leistung für das Unternehmen erbringen. Ansonsten bestehe die Gefahr von Korruption und politischer Einflussnahme.
Gabriel sagte, Volksvertreter sollten künftig zwischen der Abgeordnetendiät und ihrem angestammten Beruf wählen. Für die Arbeit in der Politik sollten sie dann lediglich eine Aufwandsentschädigung erhalten.
Müntefering forderte, "heimliche Lobby-Arbeit" müsse künftig ausgeschlossen sein. "Wer nichts tut, kann auch kein Geld beziehen." Der SPD-Chef mahnte aber eine faire Debatte an: "Abgeordnete dürfen beruflich engagiert bleiben und dafür auch Gehalt beziehen." So täten beispielsweise Betriebsräte, Unternehmer und Rechtsanwälte, die gleichzeitig Abgeordnete sind, dem Bundestag gut. Er sei gegen eine "geschlossene Gesellschaft Bundestag", betonte Müntefering.
In den vergangenen Wochen hatten CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer und der Vorsitzende der CDU-Sozialausschüsse, Hermann-Josef Arentz, ihre Posten wegen Zahlungen des RWE-Konzerns geräumt. Auch die beiden niedersächsischen SPD-Landtagsabgeordneten Ingolf Viereck und Hans-Hermann Wendhausen waren wegen Nebenverdiensten vom VW-Konzern in die Kritik geraten. Die FDP-Bundestagsabgeordnete Ulrike Flach und ihr SPD-Kollege Hans-Jürgen Uhl hatten ebenfalls Nebenverdienste eingeräumt.
Die Anti-Korruptions-Organisation Transparency International hatte kritisiert, die deutschen Regeln zur Abgeordnetenbestechung lägen "weit hinter internationalen Standards zurück".
In Deutschland müssten Politiker zwar Nebentätigkeiten beim Bundespräsidenten und in der Öffentlichkeit anzeigen. Die Höhe der Einkünfte sei allerdings nicht anzeigepflichtig. Die Öffentlichkeit habe keinen Einblick, woher der Mandatsträger nebenbei welche Summen erhalte und wo Interessenkonflikte herrühren könnten, kritisierte die Geschäftsführerin der Deutschen Sektion, Dagmar Schröder. Die USA hätten viel weitergehende Regelungen. "Dort müssen Senatoren und Kongressabgeordnete neben der Höhe ihrer Einkommen zum Teil auch die Vermögensverhältnisse von Ehefrauen und Kindern angeben", sagte Schröder.
Kritik übte sie auch an den Unternehmen. Viele Firmen hielten es immer noch für üblich, Politiker auf bestimmte Art und Weise zu beeinflussen. Das sei "genauso verwerflich wie sich bestechen zu lassen".
Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!
Am 03. Jan. 2005 unter:
arbeitStichworte:
« Parteipolitik und Lobbyismus behindern Umweltschutz
Proteste gegen Start von "Hartz IV" in vielen Städten »
Unterstützen Sie uns, damit wir ohne störende Werbung gelesen werden können. Ihre freie kostenlose Internetzeitung!
Setzen Sie Banner und Links auf Ihre Seite. Bookmarken Sie uns, und helfen Sie so mit der Verbreitung der wichtigen Inhalte.
Wir suchen Journalisten bzw. Autoren, die Lust haben, die Internet-Zeitung ngo-online gemeinsam zu einer starken Alternative zu den Mainstream-Medien aufzubauen. Machen Sie mit ..MITMACHEN
Platzieren Sie
Ihre Werbung hier
- Nachhaltige Geldanlage - Grünes Geld Berlin
- Griechenlands Insolvenz
- Burnout Symptome erkennen - Checkliste als Hilfe
- NRW Justiz: Die Landesregierung ist gefordert
- Senioren: Alt ist, wenn man Seniorenresidenz googelt
- Christian Wulff - Wenn Machtmenschen menscheln
- Diskurs der Rechtspopulisten über Israel
- Photovoltaik-Zubau in Deutschland
- Versammlungsfreiheit - ausschlaggebende Grundlage der Verfassung
- „Cottbus Nazifrei!“ - DASS ist ein MUSS
